Am Mittwoch, d. 24. Juni, dem Hochfest der Geburt des Heiligen Johannes des Täufers, habe ich offiziell meinen Dienst als Diözesanbischof von Bangassou angetreten: Papst Leo XIV. hat den Rücktritt von Bischof Aguirre angenommen, und ich habe seine Nachfolge angetreten.
Nach zwei ereignisreichen und wertvollen Jahren als Bischofskoadjutor an der Seite von Bischof Aguirre bin ich nun dazu berufen, Gott in der Kirche von Bangassou zu dienen: über 600 Kilometer liegen zwischen den Pfarreien einer Diözese, die fast so groß ist wie die Hälfte Italiens…
Doch der Herr ist groß, und ich werde versuchen, ihm zu dienen!
Am Freitag war ich mit dem Flugzeug nach Bangassou zurückgekehrt, um am nächsten Tag nach Bema zu fahren, das 105 km entfernt liegt. Dort traf ich die Firmkandidaten und feierte am Sonntag die Firmungen.
Am Montagabend erreichte uns gegen 19.30 Uhr eine schreckliche Nachricht: Pfarrer Crépin Monga wurde in Zemio ermordet!
Wir konnten es kaum fassen, und nur mit großer Mühe gelang es uns, die Bestätigung dieser Nachricht zu erhalten.
Der Priester war allein in der Pfarrei gewesen und befand sich auf dem Heimweg, als er überfallen wurde. Ein Schuss in den Kopf, ein einziger Schuss, der ihn auf der Stelle tötete!
Wir wissen weder, wer ihn getötet hat, noch wer der Auftraggeber war.
Und wir beschuldigen niemanden konkret.
Doch Pfarrer Crépin leistete hervorragende Arbeit für den Frieden in der Region, und wir befürchten, dass es sich um eine Hinrichtung und eine Warnung seitens derer handelt, die unter keinen Umständen wollen, dass in dieser Region wieder Frieden einkehrt.
Zemio steht seit mehr als einem Jahr im Zentrum eines Krieges, in dem sich lokale Rebellen (AAKG) und die reguläre Armee, unterstützt von russischen Söldnern, gegenüberstehen.
Die Pfarrei ist der Ort, an dem die Menschen Zuflucht finden (vor einigen Monaten waren es mehr als 3.000!). Weitere 35.000 Menschen sind in den benachbarten Kongo geflohen. Crépin nahm nicht nur Flüchtlinge auf, sondern stand auch in Kontakt mit den verschiedenen Rebellengruppen, um einen Dialog und eine Mediation in Gang zu bringen.
Am Montagabend versuchten wir zu klären, was wir tun konnten… Zemio liegt 300 Kilometer von Bangassou entfernt, und in einer Entfernung von 220 Kilometern ist die Straße aufgrund einer außer Betrieb befindlichen Flussfähre blockiert.
Am Dienstagmorgen haben wir mit den Blauhelmen der MINUSCA darüber gesprochen. Diese hätten gern eingegriffen, konnten jedoch kurzfristig nichts organisieren. Also haben wir uns anders organisiert: Wir haben zwei Motorräder von Zemio losgeschickt, die den Leichnam bis nach Dembia transportierten, wo sich die defekte Fähre befindet. Die Straße ist in einem schrecklichen Zustand, und sie erreichten Dembia nach einer siebenstündigen Fahrt. Dort übernahm das Auto der Ordensschwestern aus Rafai den Leichnam, und nach 60 Kilometern, für die sie drei Stunden brauchten, erreichten sie uns in Rafai, wohin ich mit einem anderen Auto gefahren war. Wir bereiteten den Leichnam mit Formalin vor (um ihn zu konservieren) und brachen um 21 Uhr nach Bangassou auf.
Ich war beeindruckt und bewegt von der Vielzahl der Menschen, die sich sowohl in den verschiedenen Pfarreien als auch in den Dörfern, in denen der Pfarrer Crépin gewirkt hatte, versammelt hatten, um für ihn zu beten und um ihn zu trauern!
Kurz vor Mitternacht trafen wir wenige Kilometer vor Lanome auf die katholische Gemeinde eines Dorfes, die sich vor der Kapelle aufgereiht hatte, um auch nur dem Vorbeifahren unserer Autos und von Pfarrer Crépin beizuwohnen!
Um ein Uhr nachts erreichten wir Bangassou nach 150 Kilometern, für die wir vier Stunden gebraucht hatten.
Hier hielten viele Menschen in der Kathedrale eine Totenwache ab. Wir bereiteten den Leichnam von Pfarrer Crépin vor und kleideten ihn in die priesterlichen Gewänder – in die von seiner Weihe vom 12. Dezember 2021!
Die Totenwache dauerte die ganze Nacht, und um 9.30 Uhr haben wir die Beerdigung gefeiert. Alle Priester, die kommen konnten, sind erschienen und waren zutiefst bewegt von der Ermordung ihres Mitbruders.
Ich habe die Messe in roten Gewändern gefeiert. Eigentlich wäre Violett die liturgische Farbe der Beerdigung. Doch auch nach Rücksprache mit den Priestern waren wir der Überzeugung, dass Pfarrer Crépin ein Märtyrer ist, ein Glaubenszeuge, der wegen seines Friedenswerks getötet wurde.
Für mich war dies einer der schwersten Momente. Es war, als würde ein Vater seinen Sohn verlieren.
Doch wir hoffen und glauben, dass Crépin nicht das Ende aller Träume vom Frieden ist, sondern der Same, der stirbt und reiche Frucht bringt (Joh 12,24).
Die Kathedrale war überfüllt, und auch draußen befanden sich viele Menschen.
Von hier aus begaben wir uns zum nahegelegenen Friedhof, wo er seine letzte Ruhe gefunden hat. Als ich seine Tante umarmte, sagte ich ihr, dass Crépin nun endlich in jenem Frieden ruht, für den er so sehr gekämpft hat!
| Arrivo dei seminaristi di Bangui a Bangassou Arrivée des séminaristes de Bangui à Bangassou Llegada de seminaristas de Bangui a Bangassou. |
| Bema |