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Sonntag, 1. Februar 2026

Ndjamena, Tschad

 

 

Cattedrale di Ndjamena

 

 

Ndjamena, Tschad

1. Februar 2026

Wir haben gerade die Vollversammlung der ACERAC abgeschlossen, bei der die Bischöfe Zentralafrikas (aus den Ländern Tschad, Äquatorialguinea, Zentralafrikanische Republik, Kongo, Kamerun und Gabun) zusammengekommen sind.

Wir waren etwa siebzig Bischöfe bei diesem Treffen, das alle drei Jahre in einem der ACERAC-Länder stattfindet.

Es war eine Gelegenheit, um brüderliche Gemeinschaft und gegenseitigen Austausch zu pflegen, einander kennenzulernen, gemeinsam zu beten und über die Kirche in Zentralafrika nachzudenken.

Papst Johannes Paul II. hatte im Jahr 1994, also vor mehr als dreißig Jahren, die Synode für Afrika einberufen (auf die 15 Jahre später eine zweite folgte). Es war damals eine sehr schwierige Zeit für Afrika (zu dieser Zeit fand der Völkermord in Ruanda statt!), und die Bischöfe sprachen mit Mut und Kraft, um die Übel und Tragödien des Kontinents anzuprangern. Aber sie verstanden auch alles im Licht der Hoffnung einer Kirche zu sehen, die Familie Gottes ist und das Leben liebt, Solidarität übt und ihren Glauben mit Freude, Begeisterung und Kreativität feiert (wer schon einmal eine Messe in Afrika erlebt hat, versteht das leicht!).

Dreißig Jahre später wollte sich die Kirche in Zentralafrika versammeln und vom Abschlussdokument (dem Apostolischen Schreiben „Ecclesia in Africa”) ausgehen, um nachzudenken und den Weg fortzusetzen. Es ist ein Weg, der von vielen Tragödien und Schwierigkeiten geprägt ist, aber noch mehr von Hoffnung und Leben.

Am Sonntag, d. 25. Januar, wurden die Bischöfe in die verschiedenen Pfarreien der Stadt entsandt: Jeweils zwei oder drei Bischöfe gingen zusammen mit Priestern und Laien, die an der Versammlung der ACERAC teilnahmen, in eine der Pfarreien.

Ich ging in die Pfarrei der heiligen Perpetua und Felizitas. Die Kirche besteht nur aus einer großen Überdachung, und es waren mehr als 2.500 Gläubige anwesend.

Die Liturgie war schön und lebendig und beinhaltete lokale Gesänge und Tänze sowie die verschiedenen Sprachen des Landes.

Hier, in einem mehrheitlich muslimischen Land, ist es nicht selbstverständlich, katholisch zu sein. Der Glaube wird mit Freude und auch mit etwas Stolz gelebt. In der tschadischen Kultur ist das Gefühl der Gastfreundschaft, insbesondere gegenüber Fremden, sehr stark ausgeprägt. Ein Sprichwort besagt, dass der Fremde der Spiegel ist, den Gott uns vorhält!

Nach der Messe begaben wir uns in die nahe gelegene Schule (es ist die einzige katholische Mädchenschule), wo wir mit dem Pastoralrat und den verschiedenen in der Pfarrei engagierten Laien zu Mittag aßen. Während des Essens führte eine Gruppe traditionelle Musik und Tänze der verschiedenen Ethnien auf.

Am Montag fand die offizielle Eröffnungszeremonie der Vollversammlung im Auditorium des Außenministeriums statt. Wir haben mit ein paar Stunden Verspätung begonnen, und es waren Botschafter, Minister, Laien und Chöre anwesend. Aus diesem Anlass waren Kardinal Czerny aus Rom, Kardinal Ambongo aus Kinshasa und der Apostolische Nuntius aus der Zentralafrikanischen Republik angereist. Der Premierminister hieß alle willkommen und äußerte in seiner Ansprache seine Freude über die Präsenz und die Arbeit der katholischen Kirche, insbesondere für die Armen, für den Frieden und die Versöhnung.

Am Nachmittag fingen wir mit der Arbeit an. Die ersten Tage waren dem Studium und der Reflexion gewidmet, wobei uns Experten (Priester, die an verschiedenen Fakultäten in Zentralafrika lehren) halfen. Es waren anspruchsvolle Themen, die sowohl im Saal als auch in den verschiedenen Pausen zu Debatten und Diskussionen führten.

Am Donnerstag machten wir eine Pause, um die Stadt und das Nationalmuseum zu besuchen, in dem prähistorische Funde ausgestellt sind, darunter Überreste des möglicherweise ersten Menschen, die auf ein Alter von sieben Millionen Jahren datiert werden.

Anschließend fuhren wir weiter in die Vororte, wo wir das Nationale Seminar besuchten, das mehr als 80 Seminaristen des Landes beherbergt.

Wir beschlossen den Tag mit einem kulturellen Abend, bei dem in der Pfarrei Sacré Coeur Gesänge und Tänze dargeboten wurden.

Die Arbeit wurde am Freitag und Samstag fortgesetzt. Der Zeitplan war sehr voll, aber es war schön, sich zu treffen, sich kennenzulernen und Freuden und Schwierigkeiten mit den Mitbrüdern aus Zentralafrika zu teilen. Es ist eine junge, schöne, sehr afrikanische und hoffnungsvolle Kirche!

Am Sonntag endete die Vollversammlung mit einer feierlichen Messe in der Kathedrale von Ndjamena. Ihr stand Bischof Richard Appora von Bambari (Zentralafrikanische Republik) vor. Denn nun ist die Bischofskonferenz der Zentralafrikanischen Republik an der Reihe, den Vorsitz der ACERAC zu übernehmen. Die Zentralafrikanische Republik wird im Jahr 2029 die nächste Vollversammlung ausrichten.

 

 

 











Museo nazionale
Musée national








Messa finale nella Cattedrale di Ndjamena
Messe de cloture dans la cathédrale de Ndjamena
Misa final en la Catedral de Ndjamena



 







Montag, 26. Januar 2026

Auf der Reise durch Frankreich

 

Notre Dame - Paris

 

Auf der Reise durch Frankreich

24. Januar 2026

Nachdem am Montag, d. 12. Januar, das Treffen der Bischöfe der Zentralafrikanischen Republik zu Ende gegangen war, flog ich am nächsten Tag nach Frankreich, um die Priester der Diözese Bangassou zu besuchen, die dort studieren oder in verschiedenen Diözesen als Fidei-Donum-Priester tätig sind.

Ich kam am Mittwochmorgen in Paris an und hatte sofort ein Treffen mit dem Weihbischof, der die verschiedenen ausländischen Priester betreut, die die Universitäten von Paris besuchen. Am Nachmittag hatte ich einen Termin mit dem Bischof, der die Priester betreut, die als Fidei-Donum-Priester in der Diözese arbeiten.

Es ist eine schöne Erfahrung der Kirche, dass Ortskirchen sich gegenseitig helfen und unterstützen. Für unsere Priester ist dies eine wichtige Gnade, die ihnen eine gute Ausbildung, aber auch die Begegnung mit einer anderen Kultur und mit sehr anspruchsvollen pastoralen Anforderungen ermöglicht.

Am Abend traf ich den ersten der Priester. Er studiert Jura, und sein Studienplan ist anspruchsvoll. Wir haben uns am Abend etwas Zeit genommen.

Am Donnerstag besuchte ich eine Pfarrei, in der ein weiterer Priester lebt, Abbé Guy Florentin. Ich feierte in der Pfarrei die Messe. Anschließend fuhr ich nach Versailles, wo Abbé Heritier lebt, und traf den Bischof und den Generalvikar.

Am Freitag fuhr ich in das südwestfranzösische Dorf Soumoulou, wo Abbé Bienfait tätig ist.

Wir konnten uns gut austauschen, und am Nachmittag fuhren wir nach Lourdes, das etwa zwanzig Kilometer entfernt gelegen ist. Vor der Grotte, in der die Jungfrau Maria der heiligen Bernadette erschienen ist, hielten wir inne, um den Rosenkranz zu beten. Wir beteten für die Diözese Bangassou und für alle Menschen, die uns am Herzen liegen.

Am Abend kehrte ich nach Paris zurück, und am Samstag fuhr ich in die Bretagne nach Rennes. Die Fahrt mit dem Zug dauerte zwei Stunden.

In dieser Diözese sind drei unserer Priester tätig: Junior, Ludovic und Fabrice. Ich traf Abbé Ludovic in Retiers, wo ich am Sonntagmorgen in der Pfarrgemeinde die Messe feierte.

Zum Mittagessen waren wir Gäste einer Familie aus dem Dorf, und anschließend fuhr ich weiter nach Rennes, wo ich den Bischof traf (der im August nach Bangassou gekommen war).

Ich verbrachte die Nacht in Gevezè, wo Abbé Junior arbeitet, und am nächsten Tag fuhr ich in Richtung Norden weiter nach Fougères, wo ich Abbé Fabrice traf, der vor einigen Monaten angekommen war.

Am Dienstag nahm ich von Paris aus den Zug nach Straßburg, um dort einen Priester und am nächsten Tag den Generalvikar der Diözese zu treffen. Es ist eine wunderschöne Stadt mit einer beeindruckenden Kathedrale.

Am Mittwochabend kehrte ich nach Paris zurück und am Donnerstagmorgen fuhr ich nach Saint Louis d'Antin, wo Abbé Jean Noel tätig ist. Es handelt sich um eine ganz besondere Pfarrei, denn jeden Tag werden sieben Messen gefeiert, und täglich stehen von 7.30 bis 21 Uhr zwei Priester zum Beichtehören zur Verfügung. Es ist ein sehr belebtes Viertel mit vielen Büros und vielen Menschen, die es durchqueren, und die Priester leisten einen ganz besonderen und großzügigen Dienst.

Am Nachmittag ging ich in eine Buchhandlung, um Bücher für die Seminaristen und die Priester zu kaufen, und machte mich dann auf den Weg zum Flughafen.

Gestern Morgen, am 23. Januar, bin ich von Paris nach Ndjamena (Tschad) gereist, wo in den nächsten Tagen die Versammlung der ACERAC (Konferenz der Bischöfe Zentralafrikas) stattfinden wird. Wir werden uns mit allen Bischöfen aus dem Tschad, aus Kamerun, Äquatorialguinea, der Zentralafrikanischen Republik, dem Kongo und Gabun treffen.

 

 

 

Lourdes

 

 

 

Notre Dame du Travail - Paris

 

Strasbourg

 

 

 

 

 

 




















 

Dienstag, 13. Januar 2026

Die Versammlung der Bischöfe

 

 

 

 

Die Versammlung der Bischöfe

11. Januar 2026

Wie jedes Jahr ist die erste Januarwoche der Versammlung der Bischöfe der Zentralafrikanischen Republik gewidmet.

Am Samstag, d. 3. Januar, waren wir alle bereits in Bangui, da dieser Tag der Caritas gewidmet war.

Am Sonntag, d. 4. Januar, feierten die Bischöfe in den verschiedenen Pfarreien der Stadt die Messe.

Ich war in der Pfarrei Sankt Franziskus in Yapele, einer Gemeinde, die im Zentrum liegt.

Es ist eine schöne Kirche, und viele Menschen waren gekommen. Es war eine Freude, mit Liedern in den Sprachen des Ostens, die für Bangassou typisch sind, empfangen zu werden.

Am Montag haben wir mit der eigentlichen Versammlung begonnen. Auch die Generalvikare aller Diözesen waren anwesend. Jeden Tag begannen wir um 8 Uhr mit dem Gebet und der Feier der Eucharistie, und von 9 bis 17 Uhr arbeiteten wir (mit einigen Pausen!).

Der erste Tag war der Vorstellung der Situation jeder Diözese gewidmet.

Wir sind sehr besorgt über die Ereignisse in Zemio, das 300 km von Bangassou entfernt gelegen ist, wo die Kämpfe wieder aufgeflammt sind und die Menschen erneut in der katholischen Mission Zuflucht suchen.

Am 28. Dezember fanden die Wahlen statt, deren Ergebnis fast schon vorhersehbar war: Der derzeitige Präsident wurde wiedergewählt. Wir trafen ihn am Donnerstagnachmittag. Während der langen Sitzung stellte jeder Bischof die Situation seiner Diözese mitsamt den vielen Problemen vor, die Maßnahmen und Lösungen erfordern.

Der Januar ist die Zeit, um mit den Jahresberichten der Kommissionen und Bewegungen eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Situationen der Kirche in der Zentralafrikanischen Republik vorzunehmen.

Am Sonntag, d. 11. Januar, haben wir alle gemeinsam in der Kathedrale die Messe gefeiert.

Am Ende der Messe wurde die traditionelle Botschaft der Bischöfe verlesen. In diesem Jahr ist das Thema der Frieden -  in dem stark angespannten Kontext der Wahlen und angesichts von Landesteilen, die erneut in den Krieg zurückfallen...

 

Niakary
 

 

 

St François Yapele