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Donnerstag, 6. Mai 2021

Tage Gottes, schön und schwierig

 

 

Tage Gottes, schön und schwierig

In den nächsten Wochen wird der Bischof kommen, um hier in Baoro und in den Dörfern die Firmungen zu spenden. Um dies vorzubereiten, bin ich Freitag, Samstag und Sonntag in die am weitesten entfernt gelegenen Dörfer gefahren, um die Gemeinden zu treffen, die Sakramente zu feiern und die Unterweisung zu begutachten, die die Katecheten vornehmen.  

Es sind weit entfernte Dörfer (bis 90 Km von Baoro), aber es gibt dort viel Leben. Es ist ein Gebiet mit Savanne und  Wald, mit einigen sehr großen und anderen kleineren Dörfern. Viele Menschen widmen sich dem Ackerbau und der Jagd, aber auch der Viehzucht und der Gewinnung von Gold und Diamanten.

Die Straße ist ein Pfad zwischen den Bäumen, wo es einige schöne Überraschungen gibt: einige Pferde, Affen, Blumen und außergewöhnliche Ausblicke.

Ich traf mich mit den Katecheten, und wir planten zusammen die Arbeit der nächsten Wochen mit der Vorbereitung und der Prüfung der Katechumenen für die Spendung der Sakramente.

Ich kehrte am Sonntagnachmittag nach drei sehr intensiven Tagen, die anstrengend, aber schön waren, zurück. 

Am Dienstag fuhr ich hingegen nach Bangui, wo wir am Nachmittag die zukünftige Baustelle einweihten, wo ein neues Kloster errichtet werden soll. Es ist ein Projekt, an dem wir seit Jahren arbeiten, und wir sind nun endlich beim Beginn der Arbeiten angelangt.

Es war ein schlichter, aber sehr intensiver Augenblick. Jahrelang wurde diskutiert, wurden Ideen und Projekte entwickelt, verschiedene Leute getroffen, die versucht haben, ihr Bestes zu tun, um mitten in der Hauptstadt ein Haus Gottes zu errichten. Wir versammelten uns an dem Ort (es ist ein schöner Hügel, genau hier: 4°20'44.3"N 18°30'31.2"E). Und auf der Lichtung, wo das Kloster und die Kirche entstehen sollen, betete und sang die Gemeinschaft der Karmeliten (mit ca. 20 jungen Ordensmännern, die noch in der Ausbildung sind und Philosophie und Theologie studieren) und bat Gott zusammen mit den Leitern, den Maurern und Arbeitern der Firma, die die Arbeiten ausführen wird, um seinen Segen für dieses wichtige Projekt.

Pater Federico, der Obere der Mission, leitete die Feier, an der auch Pater Davide Sollami, der stellvertretende Missionsprokurator, und Giovanni Grossi Bianchi, der Architekt, der uns (mit so viel Geduld) dabei hilft, dieses Unterfangen zu planen, teilnahmen.

Während meines Aufenthaltes in Bangui erhielt ich eine schlimme Nachricht: Das Auto eines Missionars war auf der Straße von Niem nach Yelowa auf eine Mine gefahren. Das Fahrzeug wurde zerstört, und leider gab es ein Opfer. Am Steuer saß Pater Arialdo, der seit 35 Jahren Missionar in der Zentralafrikanischen Republik ist, der auf dem Weg war, um Schulen, die er gebaut und organisiert hatte, zu besuchen. Er blieb unverletzt. 

Das Gebiet nordwestlich von Bouar entlang der Grenze zu Kamerun wird seit Jahren von Rebellen heimgesucht. In den letzten Wochen waren die Dörfer der Region durch die Operation von russischen, ruandischen und zentralafrikanischen Militärs befreit worden, aber die Rebellen sind weiterhin da.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es Rebellen der 3R waren, die die Mine gelegt hatten (auch wenn sie es in einem Communiqué abgestritten und die Russen beschuldigt haben, diese Tat verübt zu haben).

Dieser Zwischenfall ist der dritte in weniger als einem Monat, und er ist überaus schwerwiegend, weil er wehrlose Zivilisten trifft und ein Klima schwerer Unsicherheit schafft.

Nur Mut!



Igwe



Sinaforo

La scuola in costruzione a Yoro. Promessa elettorale da completare!
L'école en construction à Yoro: une promesse electorale à achever

La benedizione dei lavori per il nuovo convento a Bangui
La bénédiction des travaux de construction pour le nouveau couvent à Bangui



P.Federico Trinchero




Convoglio sotto scorta
Le convoi

 

 

Donnerstag, 29. April 2021

Betrachtung des Lebens

 

 

Betrachtung des Lebens

Vielleicht ist es, weil ich im Grunde sehr neugierig bin.

Vielleicht, weil das Schauspiel immer so schön ist, dass es mir natürlich vorkommt, Beifall zu spenden.

Vielleicht, weil die Schönheit, das Lächeln, der Auf- und der Untergang der Sonne ein Minimum an Sehfähigkeit erfordern.

Angesichts des Gesamtbildes der Dinge ertappe ich mich oft dabei, berührt und voll Staunen darüber zu sein, wieviel Schönheit im Leben ausgegossen ist in der Natur und in den Gesichtern und Gesten so vieler Menschen.

Die Fotos, die den Blog begleiten, sind nichts anderes als ein möglichst positiver Blick auf diesen Teil der Welt. Manchmal sind es die Fotos, die den Blog begleiten. Aber häufiger ist es der Text, der die Fotos und die Schönheit, die ich hier in der Zentralafrikanischen Republik (und anderswo) ausgegossen finde, begleitet.

Ich habe die pastorale Arbeit in den Dörfern wiederaufgenommen.

Am Samstagnachmittag feierte ich die Messe in Zoungbe, einem kleinen Dorf, wo die Kapelle erst  lediglich aus einer Strohüberdachung besteht.

Am Sonntag war ich hingegen in Dobere, wo es ein schönes Kirchlein gibt.

Dort wurde mir eine schöne Überraschung bereitet: Bei der Gabenbereitung während der Messe sah ich, dass eine doppelte Prozession gebildet wurde. Am Ende der Feier näherte sich der Katechist und überreichte mir ein Päckchen: Darin seien Münzen „zum Andenken und als Fürbitte für deine Mutter“! Sie wollten etwas sammeln, um mir anlässlich des Todes meiner Mutter konkret ihre Nähe zu bezeugen.

Es ist eine kleine Geste, aber sie ist warm von Zuneigung, Liebe, Dankbarkeit und tausend anderem. Danke!


La "Cappella" a Zoungbe
La "chapelle" de Zoungbe



Dobere



I bambini del nostro asilo "Il Germoglio" a Baoro



Convoglio di camion, direzione Bangui
Le convoi des camions, direction Bangui


 

 

Freitag, 23. April 2021

Es gibt nicht nur Covid!

 

Es gibt nicht nur Covid!

Wenn ich gefragt werde, wie die Corona-Situation in der Zentralafrika sei, antworte ich oft, dass wir wahrscheinlich einen Bonus haben: Inmitten von Kriegen, Elend und Problemen hat das Virus bislang wenige Schäden angerichtet. 

Das letzte offizielle Bulletin, das sich auf den 20. April 2021 bezieht, verzeichnet eine Gesamtzahl von 6.194 positiven Fällen – seit März 2020. In etwas mehr als einem Jahr gab es 85 Todesfälle.

Es ist wahr, dass es in den letzten Wochen einen starken Zuwachs gegeben hat. In den ersten 20 Tagen des Aprils gab es 909 neue Fälle. In einem Monat gab es praktisch einen Zuwachs von 15 Prozent.

Die Situation wird ernst, aber es gibt viele andere Krankheiten, die in der Zentralafrikanischen Republik viel mehr Schaden anrichten.

In der Zeit von Covid gab es eine Explosion der Masernepidemie, die 83 Kinder getötet hat!

Feind Nummer eins bleibt die Malaria: Die WHO hat 1,3 Millionen bestätigte Fälle und 3689 Todesfälle, darunter 670 Kinder unter fünf Jahren, allein für das Jahr 2017 ausgewiesen.

Die Tuberkulose trifft nach Angaben des Pasteur-Instituts in Bangui 423 pro 100.000 Menschen (jährlich 20.000 Fälle).

Und, um das Bild zu vervollständigen, hat UNICEF im Jahr 2018 geschätzt, dass 110.000 Kinder von akuter Unterernährung betroffen waren, davon 45.000 schwer.

 

Wenn die Gesundheitssituation so ernst ist, wäre es vielleicht wichtiger und dringlicher, sich um die vielen hundert, ja, tausend Kinder zu kümmern, die jedes Jahr sterben. 81 von 1000 Kindern sterben, bevor sie das erste Lebensjahr vollendet haben! Vielleicht wäre es gut, sich um die Mütter, die Kinder, die Schulen, das Gesundheitssystem, die grundlegenden Impfungen zu kümmern, bevor man sich mit Covid befasst (oder zumindest gleichzeitig).



Scouts

Scuola di Kouisso Baguera - gli esami trimestrali
Ecole de Kouisso Baguera - les compositions du 2è trimestre


Scuola materna "Il Germoglio" di Baoro
Ecole Maternelle "Germoglio" de Baoro






Il flamboyant


 

 

 

 

Samstag, 17. April 2021

Freude und Schmerz


 

Appena nato
Nouveau né
 

Freude und Schmerz

Kaum in die Zentralafrikanische Republik zurückgekehrt, finde ich mich mit einigen Schwierigkeiten, aber auch mit einigen Freuden konfrontiert. Hinsichtlich des Coronavirus, das das Land bisher nicht stark betroffen hatte, wird die Situation ernster. Binnen weniger Tage wurden einige hundert neue Fälle gemeldet, die die Gesamtzahl der Infektionen seit März 2020 auf 5787 haben steigen lassen. Es sind niedrige Zahlen, aber der Zuwachs ist besorgniserregend.

In Baoro habe ich in diesen Tagen Pater Davide von unserer Missionsprokura in Arenzano (Italien) bei seinem Besuch in den Dorfschulen begleitet. Wir haben uns damit beschäftigt, aktuelle Fotos für die Patenschaften zu machen, die es uns ermöglichen, neun Schulen in Baoro zu unterhalten, wo 1.700 Kinder eine gesunde, solide und frohe Schulbildung erlangen.

Am Montag bin ich nach Bozoum gefahren, wo die Situation ziemlich schwierig ist, weil einige der umliegenden Dörfer Stützpunkte für Rebellengruppierungen geworden sind. Daher haben fast eintausend Menschen die Dörfer verlassen, um nach Bozoum zu fliehen. Einige fanden Aufnahme in der Pfarrei, andere bei Verwandten oder Freunden. Und als Caritas organisieren wir die Verteilung von Nahrung und Medikamenten.

In Bozoum habe ich die Jungen und Mädchen und die Jugendlichen unserer Grundschulen, der Mittelschulen und des Lyzeums St. Augustin begrüßt.

Es ist immer schön, sie wiederzusehen und der Hoffnung Raum zu geben, die mit ihnen wächst. Nach Bozoum habe ich dank unseren vielen Freunden aus Cuneo und Umgebung die Grüße, aber auch den Beitrag für die Stipendien für die Schüler und Schülerinnen gebracht.

Am frühen Dienstagmorgen bin ich nach Bangui gefahren, wo ich mich mit Giovanni Grossi Bianchi, einem Architekten aus Genua, getroffen habe. Er ist hier, weil wir nach jahrelangen Diskussionen und Jahren der Arbeit in den nächsten Wochen eine große Baustelle eröffnen werden, wo das neue Karmelitenkloster von Bangui entstehen soll.

Morgen, am Samstag, kehre ich für andere Arbeiten und andere Abenteuer nach Baoro zurück.



Rifugiati a Bogala
Les déplacés à Bogala


pont de  Kounde


Stagione dei mangi
La saison des mangues


St Augustin, Bozoum



P.Davide



 

Sul sito del nuovo convento di Bangui
Sur le site du nouveau couvent du Carmel à Bangui