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Mittwoch, 10. Juli 2024

Meine ersten Firmungen

 


Meine ersten Firmungen

Und nun beginnt meine Arbeit als Bischof!

Am Sonntag, d. 7. Juli, haben wir in Tokoyo, der zweiten Pfarrei von Bangassou, die Firmung gespendet.

Die Firmung ist das Sakrament, das die Gabe des Heiligen Geistes "bestätigt". Es ist das Sakrament der christlichen "Reife". So wie die Apostel zu Pfingsten den Heiligen Geist empfingen, sind es normalerweise die Bischöfe, die Nachfolger der Apostel, die es spenden.

Vor der Firmung werden die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen vom Pfarrer und den Katecheten begleitet und geschult. Am Donnerstag, Freitag und Samstag vor der Firmung trifft sich der Bischof mit ihnen zu den letzten Katechesen.

Um 14.30 Uhr trafen wir uns also mit den 93 Firmlingen: Alle (oder fast alle) hatten ihr Evangelium mitgebracht. Die Katechese war sehr einfach: Wir lasen verschiedene Stellen aus den Evangelien und gingen von der Menschwerdung Jesu zu den Gleichnissen über.

Dies war auch eine Gelegenheit, um den Kindern beizubringen, wie man die Evangelien liest und die Stellen findet: Es war schön zu sehen, wie sie hektisch in den Evangelien blätterten und sich beeilten, die richtige Stelle zu finden.

Und so ließen wir uns von der Schönheit der Evangelien, den einfachen Gleichnissen Jesu, mitreißen und begaben uns mit ihnen auf das große Abenteuer des Lebens in Christus!

Am Freitag setzten wir diese Katechese fort und schlossen sie am Samstagmorgen gemeinsam mit den Eltern und den Firmpaten und -patinnen ab.

Am Sonntagmorgen waren alle bereit: Um 7.30 Uhr war die Kirche voll, und wir begannen die Feier, die mit Tänzen, Gesängen und viel Gebet reichhaltig und innig war.

Die Firmlinge waren sehr aufmerksam und schrien ihr Glaubensbekenntnis fast heraus.

Dann wurde über ihnen gebetet: Zuerst die Paten und Patinnen, die in gewisser Weise ihre Väter und Mütter im Glauben sind, dann legten die Bischöfe und Priester ihnen die Hände auf und erflehten die Gabe des Heiligen Geistes.

Dann begann die eigentliche Salbung: Mit dem Chrisamöl wurde ein Kreuz gezeichnet, und das laut ausgesprochene Amen besiegelte die Bereitschaft, die Gabe des Geistes anzunehmen und sich zu binden.

Nach der Kommunion stand etwa ein Dutzend Firmlinge auf und legte das Versprechen ab, sich in den verschiedenen Bewegungen der Pfarrei zu engagieren: bei den Pfadfindern, im Chor, in der Legio Mariae...

Um 11 Uhr endete die Messe: Es folgten Begrüßungen und Fotos und dann ein Moment der Ruhe, bevor es zum Mittagessen mit den Priestern und Katecheten der Gemeinde ging.

Am Montag, d. 8. Mai, bin ich nach Bangui geflogen. Der Flug, der eigentlich nur eine Stunde und zwanzig Minuten dauern würde, dauerte mehr als drei Stunden, weil das Flugzeug erst in Bria und dann in Bambari zwischenlandete, bevor es in Bangui ankam.

Jetzt fliege ich nach Italien, wo ich knapp vierzehn Tage bleiben werde. Am 16. Juli werden wir in Loano mit den Karmeliten der Provinz feiern und am Samstag, d. 20. Juli, werde ich in Arenzano Bruder Francesco meine erste Priesterweihe spenden.


 















 

 

 

 

Donnerstag, 4. Juli 2024

Ein großes Fest in Bangassou!

 

Ein großes Fest in Bangassou!

Als Bischof nach Bangassou zurückzukehren bedeutet auch, sich Zeit zu nehmen, um diese Gnade mit dem mir anvertrauten Volk Gottes zu feiern.

Seit fast zwei Monaten war die Gemeinde sehr beschäftigt. Da nicht viele am 9. Juni nach Bangui kommen konnten, hatten wir für den 30. Juni eine große Feier hier in Bangassou geplant.

Da sehr viele Menschen teilnehmen wollten, wurde die Messe unter freiem Himmel gefeiert. Wir sind jetzt in der Regenzeit und hofften, dass es nicht regnen werde. Und so war es auch: Der Himmel war bedeckt, es gab Wolken, aber der Regen setzte erst in der darauffolgenden Nacht ein!

Um 6 Uhr kam eine Frau zu mir und sagte, dass sie mir einen Mango-Setzling bringen werde, den ich beim Offertorium einpflanzen solle. Und sie sagte zu mir: "Ich wünsche Ihnen einen Dienst, der so süß und gut sein möge wie die Frucht der Mango!“

Um 7.30 Uhr waren wir bereit: Es war eine lange Prozession mit Tänzerinnen, Ministranten, Katecheten und etwa dreißig Priestern. Unter ihnen waren die Priester aus Bangassou, ein Priester aus der Diözese Bondo (Demokratische Republik Kongo), und auch zwei Karmelitenpatres, Pater Mesmin und Pater Arland, die aus Bouar und Baoro gekommen waren.

Im Schatten der großen Teakbäume und einiger großer Überdachungen waren viele Menschen versammelt. Der Chor war in Hochform und der ganze Platz vibrierte in Gebet, Gesang und Tanz.

Wir lasen das Johannesevangelium mit dem wunderbaren Fischfang und dem Dialog zwischen Jesus und Petrus: "Petrus, liebst du mich?". Und beim dritten Mal die Antwort des Petrus: "Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe!"

Nach der Kommunion brachten die verschiedenen Pfarrgemeinden und Bewegungen Geschenke für den neuen Bischof: Es war bewegend, die Zuneigung und Freude so vieler Menschen zu sehen, die froh und mit Schlichtheit geben.

Um 11.30 Uhr war die Messe zu Ende. Es blieb gerade noch Zeit für ein Glas frischen Wassers, und dann gab es das festliche Mittagessen. 250 offiziell geladene Gäste waren dabei, aber auch die jungen Leute vom Chor und die Armen: Es war ein Fest für alle!

Und am Montag hat die Arbeit begonnen: Sitzungen und Entscheidungen, die nicht leicht zu treffen sind: Es geht um die Schulen, die Priester, die Pfarrgemeinden.

Frohes Schaffen!

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 












 


Freitag, 28. Juni 2024

Die Versammlung der Bischöfe und die Rückkehr nach Bangassou

 

 

I vescovi in riunione
Les eveques en réunion

 




Die Versammlung der Bischöfe und die Rückkehr nach Bangassou

Die Bischöfe der Zentralafrikanischen Republik treffen sich zweimal im Jahr zu ihrer Vollversammlung, und zwar im Januar und im Juni. Das Treffen im Januar findet stets in der Hauptstadt Bangui statt, während das Treffen im Juni immer abwechselnd in einer anderen Diözese abgehalten wird. So können die Gläubigen aus allen Diözesen alle Bischöfe sehen und ihnen begegnen, und die Bischöfe lernen die Wirklichkeit des ganzen Landes besser kennen.

Dieses Jahr trafen wir uns in Mbaiki, einer Diözese, die 110 Kilometer von Bangui entfernt im Urwaldgebiet liegt. Es ist eine lebendige Diözese, die vom spanischen Bischof Jésus Molina Ruiz geleitet wird. Die Diözese ist reich an verschiedenen Ethnien und beheimatet eine große Gemeinschaft von Aka-Pygmäen.

Die Versammlung dauerte die ganze Woche, und es gab jeweils am Morgen und am Nachmittag Sitzungen. Jeder Bischof stellte die Situation seiner Diözese vor, und dann begannen wir mit der Weiterbildung. Dieses Jahr haben wir das Dokument "Dignitas infinita" der Glaubenskongregation gelesen und darüber nachgedacht. Es ist ein sehr umfangreiches Dokument, das sich mit der unendlichen Würde des Menschen beschäftigt. In einem Land wie der Zentralafrikanischen Republik, in dem die Gegensätze sehr stark sind, viele Gebiete immer noch der Gewalt bewaffneter Gruppen ausgesetzt sind, wo selbst die Regierung und die Behörden nicht mit der Achtung der Menschenrechte glänzen und Land und Bodenschätze von skrupellosen Menschen verwaltet werden, ist der Aufruf zur Menschenwürde eine sehr wichtige Ansage.

Die Treffen waren sehr intensiv, und die Atmosphäre war sehr engagiert, brüderlich und von Zuhören und Zusammenarbeit geprägt.

Während der Versammlung bereiteten wir auch die Botschaft der Bischöfe vor, die am Ende der Arbeit veröffentlicht wurde.

Am Donnerstagnachmittag trennten wir uns, um einige Gemeinden in der Umgebung zu besuchen. Ich fuhr mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Nestor Nongo von Bossangoa, in das elf Kilometer von Mbaiki gelegene Dorf Boukoko. Die Gemeinde war 1946 von Pater Charles Tisserant gegründet worden, einem Spiritaner-Missionar, der in den 1930er Jahren in Bozoum gearbeitet hatte!

Der Empfang war bewegend: Für die Gläubigen war es ein großes Fest, Bischöfe willkommen zu heißen! Wir beteten mit ihnen, hörten uns ihre Geschichten, ihre Freuden und Schwierigkeiten an und feierten gemeinsam die Eucharistie. Am Ende erwartete uns ein Essen, bei dem die verschiedenen Gemeindeleiter zusammenkamen.

Am Samstagmorgen feierten wir gemeinsam die Messe in der Gemeinschaft der Schwestern von Mutter Teresa von Kalkutta, und auch ihre Gäste waren dabei: Waisenkinder, unterernährte Kinder mit ihren Müttern, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen.

Am Sonntag fand die Abschlussmesse statt, die traditionell vom zuletzt geweihten Bischof geleitet wird... und das bin ich! Es waren viele Menschen da, und die Freude war groß, denn die Bischöfe der neun Diözesen waren hier: aus Bangui, Mbaiki, Berberati, Bouar, Bossangoa, Bambari, Kaga Bandoro, Alindao und Bangassou.

Am Ende der Messe wurde die Botschaft der Bischöfe verlesen, die immer mit Spannung erwartet wird.

Gegen 14.30 Uhr brachen wir schließlich nach Bangui auf.

Am Montagmorgen um 6 Uhr waren wir am Flughafen, um nach Bangassou zurückzukehren. Um 8 Uhr stand das Flugzeug auf der Startbahn, die Motoren gaben Vollgas, doch dann wurden sie langsamer, und wir kehrten um: Es gab ein technisches Problem. Wir stiegen aus und warteten, aber dann wurde bekannt gegeben, dass der Flug (vielleicht) auf den nächsten Tag verschoben werde...

Am Dienstag machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Wir saßen schon im Flugzeug, aber man ließ uns wieder aussteigen, weil wir keine Abfluggenehmigung hatten... Um 12 Uhr mittags flogen wir endlich ab.

Um 13.30 Uhr kamen wir endlich in Bangassou an. Zu unserer Überraschung wurden wir von einigen Priestern, Schwestern und den Kindern des „Hauses der Hoffnung“ begrüßt, die uns in die Stadt begleiteten.

Am Vortag waren sie bereit gewesen, uns zu empfangen, und so viele Menschen warteten an der Kathedrale auf uns. Heute waren es etwas weniger, aber auf dem ganzen Weg schrien und winkten die Menschen, und so kamen wir an der Kathedrale an.

Ich ging hinein und betete am Grab von Bischof Maanicus, dem ersten Bischof von Bangassou. Dann begrüßte und segnete ich die vielen Menschen, die sich versammelt hatten, um den neuen Bischof zu begrüßen.

Dann ging es weiter zu Tisch mit den Priestern und Schwestern, die mich freudig und feierlich empfingen.

Am Sonntag, d. 30., werden wir die große Messe feiern, mit der mein bischöflicher Dienst auf dieser gesegneten Erde von Bangassou beginnt.
























 

 

 

 




















Cathédrale de Bangassou