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Freitag, 18. Januar 2019

Bangui – Bozoum

Fiori di mango
Fleurs de mangue

Bangui – Bozoum
Nach meiner Rückkehr aus Kamerun am vergangenen Mittwoch, d. 9. Januar, habe ich zusammen mit unseren Freunden von Siriri, einer Hilfsorganisation aus Tschechien, mit der wir seit Jahren zusammenarbeiten, einige Tage in Bangui verbracht. Donnerstag und Freitag gab es Treffen und Sitzungen mit Ministerien und verschiedenen Organisationen.
Am Samstagmorgen sind auch Paolo Silvestro und Giuseppe Occelli aus Cuneo eingetroffen. Ihre Reise war sehr lang, weil ein Air-France-Flug annulliert worden war, so dass sie gezwungen waren, über Paris, Casablanca in Marokko und Douala in Kamerun zu fliegen, um endlich Bangui zu erreichen.
Nachdem wir die Autos beladen hatten, brachen wir alle – drei Tschechen und zwei Italiener – in Richtung Bozoum auf. Die Straße ist weiterhin sehr schlecht. Auch die Bauarbeiten auf der Strecke Bossemptele - Bozoum, die im August feierlich eingeweiht wurden, kommen nicht voran: innerhalb von 5 Monaten wurden 13 Kilometer (schlecht) instandgesetzt.
Wir sind am Samstagabend in Bozoum eingetroffen, und am Sonntagmorgen habe ich nach den Messen Gauthier den Rollstuhl überreicht, den ich in Kamerun gekauft hatte. Er war sehr glücklich!
Mit den Gästen aus der Tschechischen Republik kümmern wir uns um die Schulen. Gerade in diesen Tagen kam die Nummer zwei des Kultusministeriums (der Generaldirektor für den Unterricht) vorbei. Er besuchte unser Lyzeum und die Grundschulen und brachte seine Wertschätzung zum Ausdruck.
Auch die Vorbereitungen auf die Landwirtschaftsmesse, die nächste Woche stattfindet, werden intensiver. Aber es intensivieren sich auch die Probleme. Seit ein paar Wochen wird auch unser Gebiet von Bewaffneten gestört. Auf den Straßen ringsum Bozoum sind Fulani (auch Peuls oder Mbororo genannt, ein nomadisches Volk von Viehhirten) auf der Flucht vor ihren „Beschützern“, den Rebellen von der Bewegung der 3R. Bisweilen beteiligt sich auch die lokale Bevölkerung zusammen mit einigen Antibalaka, die vom Vieh angezogen werden, und greifen die Peul-Dörfer an. Dies entfesselt die Reaktion der Rebellen, und es kommt zu weiteren Morden und Verwüstungen.
Am Mittwochnachmittag wurde ich gerufen, um in ein Dorf zu fahren, das 10 Kilometer von Bozoum entfernt gelegen ist. Dort fand ich eine Peul-Familie vor, die auf der Flucht war: Eine (schwangere) Mutter, ein junges Mädchen und drei kleine Kinder. Sie haben alles verloren und waren sehr verängstigt. Ich habe sie nach Bozoum gebracht und sie in Räumen der Missionstation untergebracht. Heute, am Donnerstag, habe ich sie ins Krankenhaus gefahren, damit der Arzt sie untersuchen konnte, und habe ihnen die notwendigen Medikamente gekauft. Zum Glück kann eine Schwester die Sprache Foufouldè, so dass wir ein bisschen mit ihnen sprechen konnten.
Wie lange noch wird der Frieden in diesem Land so brüchig sein?


Presentazione del Programma "Imparare giocando" ai Vescovi del Centrafrica
Présentation du programme "Apprendre en jouant" aux éveques de Centrafrique

Intervista al disegnatore Didier Kassai


Gauthier


George, Ludmila et Veronika di SIRIRI.ORG

gli alunni di 3a Liceo nelle nuove aule
Les élèves de Terminale devant les nouvelles salles de classe


Issa, con la sua capretta
Issa, avec sa chèvre

Giuseppe Occelli

Donnerstag, 10. Januar 2019

Baoro-Yaoundé



Baoro-Yaoundé

Am Freitag, d. 4. Januar, bin ich am Nachmittag nach Bouar und am Abend nach Baoro gefahren. Gerade an diesem Tag kamen die „Schüler“ der Katechetenschule an: Es sind zehn erwachsene Männer mit ihren Familien, die an einer sechsmonatigen Schulung teilnehmen, um Katecheten zu werden. In Afrika hat der Katechet eine sehr große Verantwortung. In den Dörfern, in die der Priester aufgrund der Entfernung und der hohen Anzahl der Dörfer nur einige Male im Jahr kommen kann, ist es der Katechet, der die Gemeinde führt, das Gebet leitet und den Katechismus lehrt. Die zehn Familien vertiefen sich ganz in die Ausbildung: Die Katecheten absolvieren eine Reihe von Kursen über das Wort Gottes, die Leitung des Gebetes und über die Sakramente. Die Kinder besuchen die Schule der Stadt, und die Ehefrauen werden mit der Hilfe von Schwester Biagina und anderen Frauen in Säuglingspflege und Nähen ausgebildet.
Am Samstagvormittag habe ich zwei Baustellen besucht: Wir sind dabei, in den Dörfern Dayanga und Dobere zwei Grundschulen zu bauen. Es ist ein großes Unterfangen, aber wir glauben daran, dass Bildung eine „Waffe“ ist, um die Massen nicht zu vernichten, sondern aufzubauen.
Am Nachmittag bin ich in Bangui eingetroffen, von wo aus ich am Sonntagvormittag nach Kamerun geflogen bin, um unsere Mitbrüder zu besuchen, die dort tätig sind, und besonders die beiden zentralafrikanischen Theologiestudenten, die dort untergebracht sind.
Ich fliege mit dem Flugzeug nach Douala, der Wirtschaftshauptstadt des Landes, und setze meine Reise mit dem Bus in Richtung der Hauptstadt Yaoundé fort. Die Straßen sind asphaltiert, es gab nur wenig Verkehr (weil Sonntag war), und nachdem wir ca. 250 km zurückgelegt hatten, kamen wir nach fast fünf Stunden an. Abgesehen davon, dass ich meine Mitbrüder besucht und mit ihnen diskutiert habe, vergnügte ich mich auch ein bisschen damit, durch das Autofenster die verschiedenen Geschäfte und Gewerbetreibenden anzuschauen. Es gelang mir auch, einen schönen Rollstuhl für unseren Gauthier, einen behinderten Jugendlichen in Bozoum, zu kaufen, der sich sehr darüber freuen wird.
Am Mittwoch bin ich um drei Uhr morgens vom Kloster aufgebrochen, und der Bus, der um vier Uhr losfuhr, brachte mich in die Nähe des Flughafens von Douala, von wo aus ich nach Bangui geflogen bin.
Dies ist eine Woche der Ankünfte: Am Dienstag sind Ludmila Böhmová, Veronika Boháčová und Jiří Pasz eingetroffen, die für das Projekt „Spielend lernen“ nach Bozoum kommen. Am Freitag kommen Paolo Silvestro und Giuseppe an, die mir bei den Vorbereitungen auf die Landwirtschaftsmesse helfen werden, die vom 25. bis zum 27. Januar stattfinden wird, und am Samstag trifft Enrico Massone ein, der für den Bau einer kleinen Kirche im Dorf Kpari nach Bozoum kommt. Frohes Schaffen!
Famiglia alla scuola dei Catechisti a Baoro
une fmille de l'école des Catéchistes de Baoro

La scuola in costruzione a Dayanga
L'école en construction à Dayanga

I mattoni per la scuola, prima della cottura
les briques pour l'école, avant la cuisson

la scuola in costruzione a Dobere
l'école en construction à Dobere











Donnerstag, 3. Januar 2019

Zwischen Weihnachten und Neujahr


Zwischen Weihnachten und Neujahr

Nach Weihnachten gab es für uns am Samstag, d. 29. Dezember, ein großes Geschenk: die Diakonweihe von Bruder Michael.
Bruder Michael ist der junge Karmelit, der am 8. Dezember die Feierliche Profess abgelegt hatte. Und am 29. wurde er zum Diakon geweiht. Das Diakonat ist die erste Stufe zum Priestertum. Die Apostelgeschichte sagt uns, dass die Kirche in Petrus, Jakobus und den anderen schon in frühester Zeit verstand, dass es notwendig war, Personen für den Dienst an den Armen auszuwählen. Und so wählten sie einige Christen aus (darunter Stephanus) und legten ihnen die Hände auf (für die Weihe und die Ausschüttung des Heiligen Geistes).
Bruder Michaels Mission wird die Verkündigung des Wortes Gottes (während der Messe ist es der Diakon, der das Evangelium vorliest) und der Dienst sein, besonders der an den Ärmsten. Der Priester Tonino Bello sagte, dass die Schürze das einzige liturgische Gewand gewesen sei, das Jesus angelegt habe. „Stola und Schürze sind die rechte und die linke Seite desselben heiligen Paramentes: die Stola, die uns zu Dienern des Evangeliums macht, und die Schürze, der uns zu „Fußwäschern der Welt“ macht. Ja noch vielmehr: sie sind wie die Länge und die Breite eines einzigen zum Dienen bestimmten Tuches; dem Dienst an Gott und dem Dienst am Nächsten.“
Am Samstagmorgen gab es also in unserer Karmelgemeinschaft in Bangui ein großes Fest. Aus diesem Anlass hatten wir Kardinal Nzapalainga, den Erzbischof von Bangui, zu Gast. Er war oft zum Karmel gekommen, als Tausende Flüchtlinge dort waren, und er bemerkte staunend den Unterschied zu heute, da sie nicht mehr da sind.
Die Liturgie fand in einem der Innenhöfe des Klosters unter einer Überdachung statt, um die ganzen Leute unterbringen zu können. Der Chor, die Tänzerinnen, die Ministranten, zahlreiche Priester und die jungen Karmeliten: alle trugen sie dazu bei, dass die Feier schön war: vibrierend, aber gesammelt, freudig und zugleich respektvoll gegenüber der Stille.
Nach der Predigt legte der Kardinal Bruder Michael die Hände auf, und mit dem Weihegebet machte er ihn zum Diakon. Die Zeremonie dauerte rund zweieinhalb Stunden, die sehr schnell vergingen. Aber es war Samstag, und ich musste für die Feier der Sonntagsmesse nach Bozoum zurückkehren! Und daher machte ich mich, nachdem ich einen Bissen gegessen hatte, auf den Rückweg nach Bozoum. Es waren die üblichen 400 Kilometer, von denen 250 sehr schlimm sind. Ich bin um 14 Uhr aus Bangui herausgefahren und habe es geschafft, um 20:15 Uhr in Bozoum anzukommen.
Am Sonntag, d. 30. Dezember, haben wir das Fest der Heiligen Familie von Nazareth gefeiert. Es ist der Anlass, uns diese großartige Wirklichkeit wieder ins Bewusstsein zu bringen und die Ehejubiläen von 3 bis 44 Jahren zu feiern!
Am Montag, d. 31., haben wir die Messe zum Dank für das Jahr 2018 gefeiert, das zu Ende ging. Der Nachmittag und die ganze Nacht wurden von Rufen und Gesängen und der endlosen Wiederholung von „Bonne année“ („Gutes Neues Jahr!“) freudig gestimmt.
Auch ich wünsche Euch allen „Bonne année“!











Anniversari di matrimonio
Anniversaires de mariage

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Weihnachten – Teil 2 – und ein gutes Neues Jahr!




Weihnachten – Teil 2 – und ein gutes Neues Jahr!

Weihnachten ist da! Gott sei Dank! Es lag fast in der Luft. Am Freitagnachmittag, d. 21., gab es im Waisenzentrum „Arc en Ciel“ („Regenbogen“) eine kleine Feier. Rings um eine kleine Krippe haben die Jungen und Mädchen einige glückliche Augenblicke mit Liedern, Sketchen und kleinen Geschenken (einer Limonade, Erdnüssen, einigen Keksen, einer Seife…) verlebt.
Am Sonntag, d. 23. stattete uns unser Bischof einen Überraschungsbesuch ab und feierte die Messe um 8:30 Uhr, in der er uns dazu aufrief, ein von der Gegenwart Gottes erfülltes Weihnachtsfest zu feiern und an die Leidenden in der Zentralafrikanische Republik und in unserer Nachbarschaft zu denken.
Am Montagabend, dem Heiligen Abend, haben wir die große Mitternachtsmette um 19 Uhr gefeiert (teils aus Sicherheitsgründen, teils wegen der Kälte, teils weil es der örtlichen Tradition entspricht). Es nahmen sehr, sehr viele Menschen daran teil. Es ist immer bewegend, die versammelten Gläubigen im Augenblick des Gloria förmlich „explodieren“ zu hören, aber auch bei Groß und Klein die Aufmerksamkeit dem gegenüber zu sehen, was wir feiern und erleben.
Am Weihnachtstag, Dienstagfrüh, haben wir uns um 8:30 Uhr zum Hochamt versammelt. Es waren sehr viele Kinder da, und manche hielten ein Spielzeug in der Hand: Puppen, Hubschrauber, kleine Autos, Trillerpfeifen oder eine kleine Trompete. Heute stehen sie im Mittelpunkt!
In einigen Tagen schließen wir das Jahr ab. Es war ein schönes Jahr, weil es ein Geschenk Gottes war, obgleich es Mühen und Probleme gab. Ich wünsche allen ein frohes Jahr 2019, weil es Gottes Geschenk ist! Und wenn wir uns in Seine Hände legen, wird uns zwar nicht jeder Schmerz und jedes Leid erspart, aber Er trägt sie mit uns, damit Freuden und Schwierigkeiten beide ein Teil des großen Liebesplanes werden, den Gott für jeden einzelnen von uns und für die ganze Menschheit hat!





Festa di Natale al centro orfani Arc en ciel
Fete de Noel au Centre des Orphelins Arc en Ciel


P.Matteo






Messa di Natale
Messe de Noel


Un piccione verde
un pigeon