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Donnerstag, 27. August 2026

Schwierige Wege, Schritte der Hoffnung

 

Zemio, il memoriale dell'abbè Crepin
Zemio, le mémorial de l'abbè Crepin
Zemio, el monumento al padre  Crepin

 

 

Schwierige Wege, Schritte der Hoffnung

26. August 2026

Heute bin ich in Rafai angekommen, das 150 Kilometer von Bangassou entfernt gelegen ist.

Trotz der Regenzeit besuchte ich die Gemeinden im Osten des Landes, Zemio und Rafai.

Ich bin am Freitag, d. 21. August, von Bangassou abgefahren. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Lanome, wo die Arbeiten an der Kirche fast abgeschlossen sind, ging es weiter in Richtung Rafai. Die Piste war recht gut befahrbar, und am Nachmittag erreichten wir die Pfarrei der Franziskaner.

Am Samstagmorgen sind wir gegen 6 Uhr aufgebrochen. Der Zustand der Straße hatte sich aufgrund der Regenfälle verschlechtert. Seit Monaten war hier kein Auto und kein Lkw mehr vorbeigefahren (wir haben sogar ein Vogelnest im hohen Gras mitten auf der Straße entdeckt!). Das Dorf Guinikoumba, das 65 Kilometer vor Zemio liegt, ist völlig verlassen und von einer Affenkolonie bevölkert!

Mit einigen Schwierigkeiten erreichten wir um 17 Uhr Zemio. Für 150 Kilometer Fahrt hatten wir 13 Stunden gebraucht... Als wir in der Stadt ankamen, waren erfreulicherweise einige Anzeichen von „Normalität“ zu sehen: Kinder, die vor den Häusern spielten, Menschen, die trotz des Sonnenuntergangs unterwegs waren…

In der Pfarrei traf ich Abbé Jean Alain Zembi mit einem Seminaristen an. Beide waren freiwillig hier, um der katholischen Gemeinde beizustehen, die von der Ermordung von Abbé Crépin am 29. Juni zutiefst erschüttert ist.

Am Sonntagmorgen habe ich die Messe in der Pfarrei gefeiert: Es waren viele Menschen da, und die Atmosphäre war ruhiger. Am Ende der Messe haben wir uns in einer Prozession zu dem Ort begeben, an dem Pfarrer Crépin ermordet worden war. Hier wollte die Gemeinde eine kleine Kapelle errichten, um seiner zu gedenken, eines Märtyrers, der für den Frieden arbeitete und vermitteln wollte.

Am Montag habe ich die Missionsschule besucht. Gemeinsam mit den Lehrern und Eltern haben wir beschlossen, die Schule am 21. September wieder zu eröffnen, und wir haben die Instandsetzungsarbeiten eingeleitet (den Anstrich und verschiedene Reparaturen). Es ist wichtig, dass die Schüler in einer sauberen und schönen Umgebung leben, denn auch das ist ein Teil der Erziehung.

Es ist ein großes Unterfangen: Ein Sack Zement kostet hier 50.000 Francs (75 Euro), während er in Bangui 10.000 Francs (15 Euro) kostet...

Meine Entscheidung, mit dem Auto statt mit dem Flugzeug anzureisen, war kein Zufall. Trotz des Zustands der Straße und der Gefahr von Überfällen durch Bewaffnete trägt die Anreise des Bischofs mit dem Auto dazu bei, dass die Menschen wieder Vertrauen und Hoffnung schöpfen.

Und heute, auf der Rückfahrt, begegneten wir einigen Einwohnern von Guinikoumba, die beschlossen haben, in ihr Dorf zurückzukehren.

Es sind kleine Schritte, aber sie sind voller Hoffnung!

 

 

 

Guinikoumba








La scuola di Zemio
L'école de Zemio
La escuela de Zemio





Il ritorno degli abitanti a Guinikoumba
Le retour des habitatants à Guinikoumba
El regreso de los habitantes a Guinikoumba


 


Sonntag, 16. August 2026

Zurück in Bangassou

 


Zurück in Bangassou

15. August 2026

Nach meinem kurzen Besuch in Nigeria bin ich am Donnerstag, d. 6. Juni, nach Bangassou zurückgekehrt.

Auf dem Weg zum Flughafen der Hauptstadt kam ich an dem Haus vorbei, vor dem Schwester Yolande mit den Kindern des Waisenhauses „Maman Tongolo“ auf mich wartete: Sie waren für ein paar Ferientage nach Bangui gekommen, und für sie war es das erste Mal, dass sie eine große Stadt gesehen haben!

Einige Tage nach meiner Ankunft in Bangassou fiel mein Computer aus: Der Monitor war tot, und ich konnte den Computer über die verschiedenen Anschlüsse nicht an externe Bildschirme anschließen. Doch dank einiger Freunde und der Hilfe der Göttlichen Vorsehung gelang es mir zumindest, die Daten zu retten.

Am Sonntag, d. 9. August, bin ich nach Lanome gefahren, wo ich in der alten Kapelle die Messe zelebriert habe. Sie ist klein, hat ein sehr niedriges Blechdach, und es war dort fast so heiß wie in Europa in diesen Monaten!

Die Bauarbeiten an der neuen Kirche schreiten gut voran, und wir hoffen, sie in einigen Wochen einweihen zu können.

In diesen Tagen versuche ich, ein wenig Ordnung in die verschiedenen Büros zu bringen, wo ich sehr interessante Dokumente finde, die das Leben dieser Diözese detailliert schildern.

Heute, am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, habe ich die Messe in der kleinen Wallfahrtskirche von Pande gefeiert (12 km entfernt). Dorthin waren am Donnerstag einige hundert Gläubige aus der Pfarrei Tokoyo (Bangassou) und den umliegenden Dörfern gepilgert, und sie werden bis zum morgigen Sonntag dort bleiben.




I bambini in vacanza
Les enfants en vacance
Los niños durante las vacaciones

Lanome, la vecchia cappella
Lanome, la vieille chapelle
Lanome, la antigua capilla


Lanome, la nuova chiesa
Lanome, la nouvelle eglise
Lanome, la nueva iglesia






Pande






Donnerstag, 6. August 2026

Ein Besuch in Nigeria

 


Ein Besuch in Nigeria

5. August 2026

Am Donnerstag, d. 30. Juli, bin ich zu einem kurzen Besuch nach Nigeria aufgebrochen.

In Nigeria, einem Land, das sechsmal so groß ist wie Italien, wächst die katholische Kirche rasant – und das trotz (oder gerade wegen?) der anhaltenden Angriffe auf Kirchen und Pfarreien: Während meines Aufenthalts im Land wurden ein Priester ermordet und ein Seminarist entführt…

Es ist eine lebendige Kirche mit vielen Berufungen, geistlichen Bewegungen und einem aktiven und verantwortungsbewussten Laienstand.

Vor einigen Monaten wurde ich von einer Gemeinschaft kontaktiert, den Brüdern des Barmherzigen Vaters, die in der Diözese Bangassou eine Niederlassung gründen möchten. Der Austausch per E-Mail intensivierte sich, und schließlich gelang es mir, zu einem ersten Besuch zu kommen.

Ich bin am Donnerstag abgereist und kam am Freitag, nach einer Übernachtung in Addis Abeba und einem fünfstündigen Flug in einem riesigen, vollbesetzten Flugzeug, in Lagos an. Dort empfing mich John Mary, der Gründer der Gemeinschaft.

Diese Tage waren vor allem den Gesprächen darüber gewidmet, wie wir der Gemeinschaft helfen können, aus kanonischer und organisatorischer Sicht eine Gesellschaft des apostolischen Lebens zu werden.

Den Freitag und den Samstag verbrachten wir mit dieser Arbeit, und außer dem Gründer waren einige Patres (Vinzentiner und Spiritaner) anwesend, die die Gemeinschaft von Anfang an begleitet und unterstützt haben.

Am Sonntagmorgen habe ich in der Pfarrei St. Mary die Messe gefeiert (eine der zehn Sonntagsmessen!). Die Kirche war überfüllt, sogar auf den Emporen (und draußen, wo Großbildschirme aufgestellt sind!).

Um 12.30 Uhr haben wir uns zur Kathedrale begeben, wo ich ein Gespräch mit dem Erzbischof von Lagos führen konnte, der mich ermutigte, dieser Gemeinschaft zu helfen und sie aufzunehmen.

Am Abend sind wir nach Enugu geflogen, einer schönen Stadt, die eine Flugstunde von Lagos entfernt liegt. Gleich nach unserer Ankunft haben wir die 14 Mitglieder dieser Gemeinschaft begrüßt: reife junge Menschen aus verschiedenen Ländern (außer aus Nigeria stammen einige aus Kenia und der Demokratischen Republik Kongo). Einige haben ihr Theologiestudium bereits abgeschlossen und sind bereit für die Diakonenweihe.

Am Montagmorgen konnte ich gemeinsam mit ihnen die Eucharistie feiern, und anschließend hatte ich ein langes Treffen mit ihnen, bei dem ich die Diözese Bangassou vorgestellt habe, aber auch die Perspektiven, die wir derzeit prüfen, um der Gemeinschaft zu helfen.

Nach Abschluss der Begegnungen besuchten wir meine Mitbrüder aus dem Karmeliterorden, die hier in Enugu zwei Gemeinschaften unterhalten.

Um 16 Uhr (ungefähr, aber wirklich nur ganz ungefähr…) sind wir von Enugu nach Lagos aufgebrochen.

Und nun bin ich auf dem Weg nach Bangui, und morgen kehre ich, so Gott will, nach Bangassou zurück.






La Cattedrale di Lagos
La cathédrale de Lagos
La Catedral de Lagos








 

 

Samstag, 1. August 2026

Momente des Feierns, des Gedenkens und des Totengebets

 


Momente des Feierns, des Gedenkens und des Totengebets

30. Juli 2026

Nach der Abreise des Nuntius und der Bischöfe, die zur Messe anlässlich meiner Amtseinführung als Bischof von Bangassou gekommen waren, versammelten wir – also ich als Bischof und die Priester - uns am Montag, d. 20. Juli, zu einem etwa zweistündigen Austausch, um gemeinsam zu erörtern, wie der mittel- und langfristige Weg der Diözese aussehen könnte. Es ist ein schöner Moment des Gedankenaustauschs, der Brüderlichkeit und der Gemeinschaft.

Die Bauarbeiten an der neuen Kirche in Lanome schreiten sehr gut voran. Wir wollten den Altar so gestalten, wie er in der alten Kapelle gestanden hatte, die ein Werk war, das vor fünfzig Jahren von einem italienischen Priester aus Turin, Pfarrer Fedele Villa, geschaffen worden war.

In diesen Tagen haben wir auch den 8. Kurs für Schneiderei und Nähen abgeschlossen, der es 32 Frauen ermöglicht hat, eine Berufsausbildung zu erhalten, um sich eine berufliche und gewerbliche Tätigkeit aufzubauen.

Am Freitag bin ich in die Pfarrei von Gambo gefahren, die 75 km entfernt an der Straße gelegen ist, die nach Bangui führt. Dort haben wir dank der Unterstützung von Propaganda Fide gerade die Renovierungsarbeiten am Pfarrhaus abgeschlossen.

Ich habe die 39 Firmkandidaten getroffen, die aus Gambo selbst und den umliegenden Dörfern gekommen waren. Diejenigen, die den weitesten Weg hatten, sind 100 km zu Fuß gegangen!

Am Sonntag habe ich die Firmungen unter freiem Himmel gefeiert: Die Sonne schien stark, aber es nahmen viele Gläubige teil.

Am Nachmittag bin ich nach Bangassou zurückgekehrt, und am Montag, d. 27., bin ich nach Bangui aufgebrochen.

Am 29. Juni war Pfarrer Crepin Monga in Zemio ermordet worden. Einen Monat später wollten wir in der Kathedrale von Bangui eine Seelenmesse feiern, während sich in allen Pfarreien der Diözese die Gläubigen die ganze Nacht über zum Gebet versammelt hatten.

In Bangui stand der Kardinal der Messe vor, und der Koadjutorbischof von Bangui, ich selbst sowie etwa vierzig Priester haben konzelebriert.

Viele waren zu diesem Moment des Gebets und der Hoffnung gekommen. Anwesend waren die gesamte Familie von Abbé Crépin, zahlreiche Ordensleute, unsere Waisenkinder sowie sehr viele Menschen aus der Region Bangassou (Mbomou und Haut Mbomou).

Bei der Gabenbereitung haben wir zwei Gefäße nach vorne gebracht, die die mit dem Blut von Abbé Crépin getränkte Erde enthalten, die ich in Zemio aufgesammelt hatte. Wir stellten sie auf den Altar, wo sie während der gesamten Feier verblieben, und am Ende der Messe haben wir eines davon seiner Familie und eines einem Priester überreicht, der die Diözese Bangassou vertrat.

Abbé Crépin, dieser Same, der in die Erde fiel und starb, bleibt und trägt Frucht. Eine Frucht des Friedens.


Lanome

Corso di taglio e cucito 
Cours de coupe et couture
Curso de costura

Gambo












Mittwoch, 22. Juli 2026

Der Beginn eines neuen Weges

   

Der Beginn eines neuen Weges

21. Juli 2026

Die Diözese Bangassou ist noch jung: Sie ist gerade einmal 62 Jahre alt. Sie wurde 1964 von Paul VI. gegründet und hatte bisher zwei bedeutende Bischöfe: den Niederländer Antoine Marie Maanicus von 1964 bis 2000 und den Spanier Juan José Aguirre von 2000 bis 2026.

Und am Sonntag, d. 19. Juli 2026, habe ich mein Amt als dritter Bischof dieser riesigen und wunderschönen Diözese angetreten.

Am Freitag, d. 17. Juli, trafen der Nuntius, sein Sekretär, drei weitere Bischöfe (Bischof Miroslaw Gucwa von Bouar, Bischof Richard Appora von Bambari und Bischof Jesus Molina Ruiz von Mbaiki) sowie Bruder Aimé Radjabo, ein Karmelit, ein.

Sie waren hierhergekommen, um die Verbundenheit der Weltkirche und der Bischofskonferenz mit der Diözese Bangassou zu bezeugen, die einen neuen Weg einschlägt.

Ich begleitete sie bei der Erkundung der Diözese und zeigte ihnen das Waisenhaus „Maman Tongolo“, das Altenheim „Maison d‘Éspoir“, das Seminar und die Kathedrale. Außerdem brachte ich sie nach Lanome, wo die Bauarbeiten an der neuen Kirche gut voranschreiten.

Am Sonntagmorgen war alles bereit. Die Diözese und die Stadt hatten sich sehr engagiert, damit dieser Moment zu einem historischen Ereignis werden konnte! Die Kathedrale war gereinigt und neu gestrichen sowie mit Stoffen und Blumen geschmückt worden. Andere hatten Gesänge und Tänze vorbereitet, und etwa zwanzig Frauen hatten sich um die Küche und das Festessen, das für die Armen und die Gäste bestimmt war, gekümmert.

Um 8.15 Uhr begann die Prozession. Alle Priester der Diözese waren anwesend, ebenso wie sehr viele Gläubige.

Am Eingang der Kirche hielten wir einen Moment am Grab von Bischof Maanicus inne, der hier begraben liegt.

Die Feier wurde vom Nuntius eröffnet, der mich dem Volk Gottes vorstellte. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz tat dies in Sango.

Nach einem kurzen Gebet überreichte mir der Nuntius den Hirtenstab und ließ mich auf der „Kathedra“, dem für den Bischof reservierten Sitz, Platz nehmen.

Unmittelbar danach traten die Priester vor mich, den neuen Bischof von Bangassou, um mir ihren Gehorsam und ihre Bereitschaft für den gemeinsamen Weg zu bekunden. Nach den Priestern traten einige Vertreter des Volkes Gottes vor: ein Ehepaar, zwei junge Menschen, zwei Waisenkinder, zwei ältere Menschen, zwei Katecheten …

Und dann war der Moment des „Gloria“ gekommen, das im Kirchenschiff der Kathedrale losbrach.

Das Wort Gottes ist sehr reichhaltig. In der Predigt ging ich insbesondere auf das Evangelium ein. Das Matthäusevangelium bietet uns drei schöne Gleichnisse (das vom Unkraut, vom Sauerteig und vom Senfkorn), die mir dabei halfen, den Auftrag des Bischofs zu erläutern. Und wir schlossen die gesamte Diözese in unser Gebet ein, all jene, die sich für die Verbreitung des Evangeliums eingesetzt haben, sowie Abbé Crépin, der vor drei Wochen ermordet wurde, und das gesamte Volk Gottes.

Nach der Kommunion folgte eine sehr lange Gabenprozession, die Zeichen und Zeugnis der Zuneigung gegenüber dem neuen Bischof war.

Die Messe, die um 8.30 Uhr begonnen hatte, endete um 11.30 Uhr.

Anschließend folgte das Mittagessen, ein schlichtes Zeichen der Brüderlichkeit und des Miteinanders.

Es war ein bedeutender Tag, an dem mich die Zuneigung und der Glaube der Menschen von Bangassou überrascht und mit Frieden und Freude erfüllt haben.

Gute Reise!








Sul fiume
au fleuve
El rio

Lanome


Sulla tomba di don Crépin
Sur le tombeau de l'abbé Crépin
En la tumba de Don Crépin


In visita al Centro orfani Mama Tongolo
En visite au Centre des orphélins Maman Tongolo
Visitando el Centro de Huérfanos Mama Tongolo