Der Anfang eines Weges
1. Juli 2026
Am
Mittwoch, d. 24. Juni, dem Hochfest der Geburt des Heiligen Johannes
des Täufers, habe ich offiziell meinen Dienst als Diözesanbischof von
Bangassou angetreten: Papst Leo XIV. hat den Rücktritt von Bischof
Aguirre angenommen, und ich habe seine Nachfolge angetreten.
Nach
zwei ereignisreichen und wertvollen Jahren als Bischofskoadjutor an der
Seite von Bischof Aguirre bin ich nun dazu berufen, Gott in der Kirche
von Bangassou zu dienen: über 600 Kilometer liegen zwischen den
Pfarreien einer Diözese, die fast so groß ist wie die Hälfte Italiens…
Doch der Herr ist groß, und ich werde versuchen, ihm zu dienen!
Am
Freitag war ich mit dem Flugzeug nach Bangassou zurückgekehrt, um am
nächsten Tag nach Bema zu fahren, das 105 km entfernt liegt. Dort traf
ich die Firmkandidaten und feierte am Sonntag die Firmungen.
Am Montagabend erreichte uns gegen 19.30 Uhr eine schreckliche Nachricht: Pfarrer Crépin Monga wurde in Zemio ermordet!
Wir konnten es kaum fassen, und nur mit großer Mühe gelang es uns, die Bestätigung dieser Nachricht zu erhalten.
Der
Priester war allein in der Pfarrei gewesen und befand sich auf dem
Heimweg, als er überfallen wurde. Ein Schuss in den Kopf, ein einziger
Schuss, der ihn auf der Stelle tötete!
Wir wissen weder, wer ihn getötet hat, noch wer der Auftraggeber war.
Und wir beschuldigen niemanden konkret.
Doch
Pfarrer Crépin leistete hervorragende Arbeit für den Frieden in der
Region, und wir befürchten, dass es sich um eine Hinrichtung und eine
Warnung seitens derer handelt, die unter keinen Umständen wollen, dass
in dieser Region wieder Frieden einkehrt.
Zemio
steht seit mehr als einem Jahr im Zentrum eines Krieges, in dem sich
lokale Rebellen (AAKG) und die reguläre Armee, unterstützt von
russischen Söldnern, gegenüberstehen.
Die
Pfarrei ist der Ort, an dem die Menschen Zuflucht finden (vor einigen
Monaten waren es mehr als 3.000!). Weitere 35.000 Menschen sind in den
benachbarten Kongo geflohen. Crépin nahm nicht nur Flüchtlinge auf,
sondern stand auch in Kontakt mit den verschiedenen Rebellengruppen, um
einen Dialog und eine Mediation in Gang zu bringen.
Am
Montagabend versuchten wir zu klären, was wir tun konnten… Zemio liegt
300 Kilometer von Bangassou entfernt, und in einer Entfernung von 220
Kilometern ist die Straße aufgrund einer außer Betrieb befindlichen
Flussfähre blockiert.
Am
Dienstagmorgen haben wir mit den Blauhelmen der MINUSCA darüber
gesprochen. Diese hätten gern eingegriffen, konnten jedoch kurzfristig
nichts organisieren. Also haben wir uns anders organisiert: Wir haben
zwei Motorräder von Zemio losgeschickt, die den Leichnam bis nach Dembia
transportierten, wo sich die defekte Fähre befindet. Die Straße ist in
einem schrecklichen Zustand, und sie erreichten Dembia nach einer
siebenstündigen Fahrt. Dort übernahm das Auto der Ordensschwestern aus
Rafai den Leichnam, und nach 60 Kilometern, für die sie drei Stunden
brauchten, erreichten sie uns in Rafai, wohin ich mit einem anderen Auto
gefahren war. Wir bereiteten den Leichnam mit Formalin vor (um ihn zu
konservieren) und brachen um 21 Uhr nach Bangassou auf.
Ich
war beeindruckt und bewegt von der Vielzahl der Menschen, die sich
sowohl in den verschiedenen Pfarreien als auch in den Dörfern, in denen
der Pfarrer Crépin gewirkt hatte, versammelt hatten, um für ihn zu beten und um ihn zu trauern!
Kurz
vor Mitternacht trafen wir wenige Kilometer vor Lanome auf die
katholische Gemeinde eines Dorfes, die sich vor der Kapelle aufgereiht
hatte, um auch nur dem Vorbeifahren unserer Autos und von Pfarrer Crépin
beizuwohnen!
Um ein Uhr nachts erreichten wir Bangassou nach 150 Kilometern, für die wir vier Stunden gebraucht hatten.
Hier
hielten viele Menschen in der Kathedrale eine Totenwache ab. Wir
bereiteten den Leichnam von Pfarrer Crépin vor und kleideten ihn in die
priesterlichen Gewänder – in die von seiner Weihe vom 12. Dezember 2021!
Die
Totenwache dauerte die ganze Nacht, und um 9.30 Uhr haben wir die
Beerdigung gefeiert. Alle Priester, die kommen konnten, sind erschienen
und waren zutiefst bewegt von der Ermordung ihres Mitbruders.
Ich
habe die Messe in roten Gewändern gefeiert. Eigentlich wäre Violett die
liturgische Farbe der Beerdigung. Doch auch nach Rücksprache mit den
Priestern waren wir der Überzeugung, dass Pfarrer Crépin ein Märtyrer
ist, ein Glaubenszeuge, der wegen seines Friedenswerks getötet wurde.
Für mich war dies einer der schwersten Momente. Es war, als würde ein Vater seinen Sohn verlieren.
Doch
wir hoffen und glauben, dass Crépin nicht das Ende aller Träume vom
Frieden ist, sondern der Same, der stirbt und reiche Frucht bringt (Joh
12,24).
Die Kathedrale war überfüllt, und auch draußen befanden sich viele Menschen.
Von
hier aus begaben wir uns zum nahegelegenen Friedhof, wo er seine letzte
Ruhe gefunden hat. Als ich seine Tante umarmte, sagte ich ihr, dass
Crépin nun endlich in jenem Frieden ruht, für den er so sehr gekämpft
hat!
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Arrivo dei seminaristi di Bangui a Bangassou Arrivée des séminaristes de Bangui à Bangassou Llegada de seminaristas de Bangui a Bangassou. |
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| Bema |




