Ein neuer Pfarrer, ein neuer Diakon und der starke Glaube
der Gläubigen von Nzacko
Am Donnerstag, d. 13. März, kehrte ich zusammen mit Luis
und Fanny, zwei Freunden von „Kirche in Not“ (ACN), einer Organisation, die
(spirituell und finanziell) der Kirche dort hilft, wo sie in Schwierigkeiten
ist, und die verfolgte Christen unterstützt, nach Bangassou zurück.
Am Sonntag, d. 16. März, war ich in Niakari, einer 15 km
von Bangassou entfernt gelegenen Pfarrei, um dort die Messe mit der offiziellen
Amtseinführung des neuen Pfarrers Jean Paul Goma zu feiern.
Am Dienstag machte ich mich auf den Weg zur 140 km
entfernten Missionsstation von Bakouma. Die Straße ist gut, und ich kam in
weniger als vier Stunden dort an.
Ich traf mich dort mit einigen Priestern der Diözese und
mit der Familie von Patient Betoloum, den ich am 19. März zum Diakon weihen
sollte.
Es war ein schöner Augenblick der Brüderlichkeit mit den
Priestern und den Menschen von Bakouma.
Am Mittwoch war das Fest des heiligen Josef, und wir
feierten die Messe im Freien. Es war ein feierlicher Moment, und wir beteten
für diesen jungen Mann, der die letzten drei Jahre seiner Ausbildung am Seminar
der Urbaniana-Universität in Rom verbracht hatte und nun zum Diakon geweiht
werden sollte, um sich ganz in den Dienst Gottes und der Brüder und Schwestern
zu stellen, die ihm anvertraut werden.
Nach der Messe gab es ein Mittagessen für über 300
Personen, dann Tänze und Gesänge bis zum Anbruch der Dunkelheit: Es war eine
große Freude für diese Gemeinde, die vom Krieg und den nicht weit entfernten
Rebellen gezeichnet ist.
Am Donnerstag, d. 21. März, brach ich um 5.30 Uhr auf, um
nach Nzacko zu fahren, das 60 km nördlich von Bakouma gelegen ist. Die Fahrt
mit dem Auto dauert drei Stunden, weil die Straße sehr schlecht ist, aber auch,
weil es nicht ungewöhnlich ist, entlang der Strecke bewaffnete Männer
anzutreffen. Tatsächlich trafen wir in einem Dorf auf sie. Sie hielten uns an
und ließen uns aussteigen, aber zum Glück taten sie uns nichts und ließen uns
nach einem kleinen Wortwechsel mit mir gehen. Ich konnte nicht anders, als sie
darauf hinzuweisen, wie falsch ihre Arroganz und ihre ständigen Plünderungen
sind. Jedenfalls fuhren wir weiter, ohne Schaden genommen zu haben. Ein paar
Kilometer weiter trafen wir einen Mann auf einem Fahrrad an und warnten ihn,
dass es weiter vorne Banditen gibt. Er drehte sofort ab und fuhr dorthin
zurück, wo er hergekommen war.
Um 8.30 Uhr
kamen wir endlich in Nzacko an, der einzigen Pfarrei, die ich noch nicht
besuchen konnte.
Für die
Menschen war es ein großes Fest, denn diese Pfarrei war eine der schönsten der
Diözese gewesen: Sie hatte eine schöne Kirche mit einem Glockenturm aus Stein,
ein großes Pfarrhaus, ein Krankenhaus mit einem schönen Operationssaal, einen
Kindergarten und andere Räume gehabt.
Und alles wurde 2017 von den Rebellen zerstört.
Buchstäblich zerstört!
Aber die Menschen in Nzacko ließen sich nicht entmutigen!
Zuerst versammelten sie sich unter zwei großen Bäumen, dann unter einem Strohdach,
und im vergangenen Jahr bauten sie eine provisorische kleine Kirche aus
gebrannten Ziegeln und Beton mit einem Fußboden und einem Blechdach.
Dort hineinzugehen war eine Pilgerreise des Glaubens, die
mich zutiefst bewegt hat. Wir befanden uns nur wenige Meter entfernt von der
zerstörten Kirche, aber der Glaube dieser Schwestern und Brüder war stärker als
zuvor wieder auferstanden!
Hier feierte ich die Messe. Und zu Beginn kam auch die
Bürgermeisterin, eine muslimische Frau, die ich dann am Nachmittag besuchte,
bevor ich abreiste. Es war eine Zeit des starken Gebets, aber es war auch eine
Zeit, in der der Schatz, der in den Herzen dieser Gläubigen liegt, durch den
Bischof und die Diözese anerkannt wurde.
Nach der Messe traf ich mich mit dem Pfarrgemeinderat,
und wir sprachen über die Gegenwart und die Zukunft, denn die Zerstörung ist
die Vergangenheit, die wir nicht in Groll oder Verzweiflung leben lassen
wollen.
Ich brach am frühen Nachmittag auf. Die Rebellen waren
weg, was uns allerdings nicht allzu sehr störte!
Wir kehrten nach Bakouma zurück, um einen letzten Abend
mit den Priestern Amos, Modeste und Patient zu verbringen, bevor wir am
Freitag, dem 21. März,
nach Bangassou zurückkehrten.
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Patient è diacono Le diacre Patient |
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Quello che resta della chiesa Les ruines de l'église |
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La canonica distrutta Le presbytère détruit |