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Sonntag, 11. Mai 2014

Live vom Ordenskapitel




Live vom Ordenskapitel
 
Ich bin in Bocca di Magra, an der Grenze zwischen Ligurien und der Toskana. Ein Blick auf das Meer, die Apuanischen Alpen, den Park und die Blumen.
Es hat sich eine nette multinationale Gruppe von 20 Mitbrüdern aus unseren Konventen in Ligurien, in Tschechien und in Zentralafrika versammelt.
Es gibt viel Brüderlichkeit, viel Freude und gute Zeiten des Gebets und der Diskussion.
Das Kapitel findet alle drei Jahre statt; es ist eine Zeit der Überprüfung und Beurteilung des Lebens in der Provinz.
Es beginnt mit der Wahl des Provinzoberen und seines Rates: Vier Patres sind dazu aufgerufen, zusammen mit dem Provinzial Entscheidungen für die ganze Provinz zu treffen.
In der nächsten Woche fahren wir mit den Berichten jeder Gemeinschaft und der wichtigsten Institutionen wie Ausbildung und Mission fort, um für die nächsten drei Jahre eine Richtung zu geben.
Am Samstag und Sonntag werden einige Patres für die Feier des Sonntags in ihre Gemeinschaft zurückkehren; deshalb ist das Kapitel ausgesetzt und trifft sich am Montag wieder.
Daher habe ich die Gelegenheit genutzt, um zusammen mit zwei anderen Patres aus Zentralafrika, Pater Maurice und Pater Arland, nach Florenz zu fahren.
Dort genossen wir die üppige Schönheit der Jahrhunderte: den Dom, den Glockenturm von Giotto ( aber wie viele Treppen!!!), das Baptisterium, die Piazza della Signoria.
Wie kann man dabei die Schönheit vergessen, die Gott in der Welt und unter den Menschen auf der Erde verteilt hat?



















Samstag, 26. April 2014

Ostern, Prag und vieles mehr



Cuneo e le sue montagne
Cuneo, ma ville, et ses montagnes




Ostern, Prag und vieles mehr
 
Mit den Gedanken in Bozoum, feiere ich die Osternacht in der Pfarrkirche in Cuneo.
Und ich denke in meinem Herzen auch an diese Worte von Papst Franziskus:
„Wenn wir denken, dass sich die Lage nicht ändert, sollen wir uns daran erinnern, dass Jesus Christus Sünde und Tod besiegt hat und voller Macht ist. Jesus Christus lebt wirklich. Seine Auferstehung ist nicht Vergangenheit; sie enthält eine Lebenskraft, die die Welt durchdrungen hat. Es stimmt: Scheinbar existiert Gott oft nicht. Wir können Ungerechtigkeit, Bosheit, Gleichgültigkeit und Grausamkeit sehen, die kein Ende nehmen. Jeden Tag wird in der Welt die Schönheit neu geboren, die aufersteht, verwandelt durch die Dramen der Geschichte hindurch.
Das ist die Kraft der Auferstehung. Die Auferstehung Christi bringt an jedem Ort Keime dieser neuen Welt hervor, weil sie schon die verborgene Handlung dieser Geschichte durchdrungen hat: Jesus ist nicht umsonst auferweckt worden.“
Am Dienstag breche ich nach Prag auf, um die Mitbrüder, die dort im Heiligtum des Jesuskindes leben und arbeiten, zu treffen. Dort bete ich und vertraue Ihm alle an, die Freunde und auch die eventuellen Feinde!
Ich bin auch in Prag, um den Verein SIRIRI zu treffen und für die große Hilfe zu danken. Zusätzlich zur Hilfe für das Gymnasium  St. Augustinus und das Waisenzentrum „ Arc en Ciel“, zur Gesundheitsfürsorge und Unterstützung für die Behinderten usw. haben wir es in diesem Jahr zusammen mit SIRIRI geschafft, das Außenministerium mit einzubeziehen. Es hat die Schulen in der Stadt Bozoum finanziert, die deshalb alle geöffnet sind, was in diesem Jahr in Zentralafrika einzigartig ist!
Am Dienstagabend feiern wir den 8. Jahrestag von SIRIRI und ich erläutere die Lage in Bozoum. Ich treffe viele Freunde, auch die Mutter und den Bruder von Vojtech, dem jungen Mann aus Pilsen, der für ein Jahr in Bozoum lebt und arbeitet.
Am Mittwochvormittag haben wir ein Treffen im Außenministerium; dort kann  ich die Ergebnisse des aktuellen Projekts darlegen und ein bisschen die aktuelle Lage in Zentralafrika erklären.
Am Nachmittag bin ich in der Universität von Prag. Ich stelle vor etwa 100 sehr interessierten Studenten und Studentinnen Bozoum und die Situation der letzten Monate dar. Am Abend bin ich bei Karol und Ludmila Böhm zu Hause eingeladen, die mehr als nur Freunde sind. Karol ist der Architekt von St. Augustin und anderer Bauten, Ludmila organisiert und dolmetscht in diesen Tagen.
Hier treffe ich den Weihbischof von Prag und andere Freunde, denen ich erzähle, was wir in Bozoum gerade erleben.
Mein Rückweg am Donnerstag ist sehr lang: Ich fahre über Rovigo und Ferrara, um Freunde und Karmelitinnen zu treffen.
Am 25. April begrüße ich die Familie von Schwester Chiara. In ihrem Ort gibt es ein wunderbares Gemeindeleben, das um einen Kindergarten herum entstanden ist. Es hat sich in 50 Jahren des Gebets, der Freundschaft und auch dank der hervorragenden Arbeit des Pfarrers Don Antenore entwickelt.
Am Abend komme ich in Deserto an, wo ich mich mit den Patres und anderen Freunden treffe.
Und weiter geht’s!



Pasqua a Bozoum
Paques à Bozoum

Domenica delle Palme a Bozoum
Dimanche des Rameaux à Bozoum


Serata con SIRIRI a Praga
Soirèe avec SIRIRI à Prague

Praga
Prague





AL Ministero degli Affari Esteri a Praga
Au Ministère des Affaires Etrangères à Prague








Freitag, 18. April 2014

Leiden, Tod und Auferstehung




Buona Pasqua




Sulla tomba del p.Werenfried
Au tombeau du P.Werenfried

Leiden, Tod und Auferstehung
 
In diesen Tagen in Italien sind mein Herz und meine Gedanken ein bisschen in Bozoum....
Ich war in einer Schule in San Rocco in der Nähe von Cuneo, um Bozoum und Zentralafrika vorzustellen. Ich habe sehr interessierte Jungen und Mädchen und sehr gute Lehrer angetroffen.
Am Samstag, dem Vorabend des Palmsonntags, habe ich die Messe in San Pio, einem Stadtteil von Cuneo, zelebriert. Unter den Menschen sehe ich einen Jugendlichen und ich meine, dass ich ihn kenne. In der Tat, es ist einer der Jungen, die im Seminar waren, bevor ich 1992 nach Afrika aufbrach. Er ist extra mit Frau und Sohn aus Genua gekommen!
Am Sonntag besuche ich die Karmelgemeinschaft in Turin und fliege dann nach Frankfurt in Deutschland. Hier treffe ich Freunde, die unter anderem den Blog ins Deutsche übersetzen, aber auch, weil es der Sitz der Organisation „Kirche in Not“ ist, die durch die Medien und in anderer Form viel für Zentralafrika tut. Diese Organisation wurde von dem genialen und mutigen holländischen Pater Werenfried gegründet, der sich 1946 die Katastrophe, in der sich Deutschland befand, zu Herzen nahm und um Hilfe in Belgien und anderswo bat. Dieser Mut, Barrieren des Hasses abzubauen und Auferstehung zu ermöglichen!
Und diese Organisation hat mich eingeladen, der Europäischen Union die Situation in Zentralafrika und besonders in Bozoum darzulegen. Ein Dankeschön an Christine, Marcela, Eva und alle, die diesen Einsatz möglich gemacht haben.
Am Montag brach ich nach Brüssel auf, wo ich zwei sehr angefüllte Tage verbringe, um Vertreter der EU zu treffen, aber auch andere Personen und Journalisten, die an Zentralafrika und an unserem Werk der Versöhnung in Bozoum interessiert sind.
Am Gründonnerstag kehre ich gerade rechtzeitig zur liturgischen Feier zurück, die das österliche Triduum eröffnet, und in der wir uns an das Geschenk der Eucharistie, des Priestertums und an die Fußwaschung erinnern.
Gerade in diesen Tagen habe ich Nachrichten aus Bozoum und Zentralafrika erhalten: 60 km von Bozoum entfernt gab es Zusammenstöße und leider sind die Soldaten der MISCA nicht gekommen; sie sagten, sie hätten keinen Treibstoff gehabt.
Der Bischof von Bossangoa und drei Priester wurden von den Seleka-Rebellen für einige Stunden als Geisel genommen.
Leiden, Tod und Auferstehung----auf die wir hoffen und an die wir glauben!


Pirmavera tra pianura e montagna (la Bisalta)
Printemps

Torino
Turin

Alla sede della COMECE (Commmissione delle Conferenze Episcopali Europee)
à la COMECE


la Grand Place à Bruxelles


Bruxelles

Giovedì Santo
Jeudi Saint


Samstag, 5. April 2014

Eile, Aufbruch, Fahrt




Aeroporto di Bangui: il campo dei rifugiati... sul bordo della pista
Aéroport de Bangui: le camp des déplacés, out juste à coté de la piste






 
Am Sonntagmorgen verabschiede ich mich von meinen Leuten und breche nach der Messe um 8.30 Uhr nach Bangui auf.
Auf den letzten 150 km treffen wir auf ein Dutzend Straßensperren, die die Anti-Balaka errichtet haben. Ich halte an keiner Straßensperre an, aber es ist beunruhigend, dass es keine Patrouille der französischen Soldaten oder der MISCA auf dieser Straße gibt. Es ist die einzige Straße, die Bangui mit Kamerun verbindet, und auf ihr wird der Nachschub geliefert.
12 km vor Bangui ( es ist der Ortseingang) treffen wir die französischen Soldaten an; es sind sehr wenige Menschen  auf der Straße: Hier haben einen Tag zuvor die Soldaten aus dem Tschad (die nach Bangui gekommen waren, um die letzten Moslems zu evakuieren) auf die Menschen geschossen und dabei 30-40 Zivilisten getötet!
Am Montag und Dienstag habe ich viele Treffen mit Nicht-Regierungsorganisationen und UN-Agenturen. Seit November bin ich nicht nach Bangui gekommen. Am Dienstagmorgen begrüße ich meine Mitbrüder im Karmel. Bei ihnen halten sich ungefähr 10000 Flüchtlinge auf, die hier seit Dezember Schutz und Sicherheit gefunden haben. Mit Hilfe vieler Nicht-Regierungsorganisationen sind die Lebensbedingungen ganz gut. Es gibt große Zelte, Duschen und Toiletten. Aber die Tatsache, dass sie sich hier aufhalten und dass weitere 200000 Menschen aus der Hauptstadt in die verschiedenen Gemeinden und zum Flughafen geflohen sind, bedeutet, dass die Lage noch äußerst angespannt ist.
Am Dienstagnachmittag breche ich zum Flughafen auf. Vom Fenster aus kann man das Flüchtlingslager am Flughafen sehen, wo sich mindestens 120000 Menschen unter sehr schwierigen Bedingungen aufhalten.
Am Mittwoch komme ich in Genua an und begegne mit großer Freude den Mitbrüdern von Sant´ Anna und aus Arenzano.
Am Donnerstag bin ich in Savona und überrasche gegen 8 Uhr Emanuela, Marta und Alessandra in ihrem Haus. Ich begrüße Hyppolite auf Sango: Er springt in seinem Stuhl auf, überrascht von meiner Anwesenheit! Wir bleiben ein bisschen zusammen und ich finde ihn in einem guten Zustand vor: gesundheitlich reagiert er sehr gut auf den Eingriff und die Behandlung (und die Verwöhnung der Familie und so vieler Menschen).
Hyppolite ist ein Junge aus Bozoum, der seit Februar in Italien ist, um die notwendigen medizinischen Behandlungen zu erhalten.
Um 13.30 Uhr komme ich in Cuneo an, und hier beginnt eine andere Geschichte.
Con Hyppolite a Savona
Avec Hyppolite, Alessandra, Marta et Emmanuela à Savona


 

Il campo dei rifugiati al Carmel a Bangui
Le camp des déplacés au Carmel à Bangui


P.Federico
le père Fréderic



Sonntag, 30. März 2014

Tschüss, Bozoum



Un albero della savana  con dei fiori strani....
Un abrbre de la brousse avec des fleurs étranges


Tschüss, Bozoum
 
Obwohl die Situation in der Hauptstadt Bangui immer noch sehr angespannt ist (in den letzten Tagen gab es mindestens 20 Tote), machen wir mit unserer Friedensarbeit in Bozoum weiter.
In den letzten Tagen sind 80-100 kamerunensische Soldaten der MISCA eingetroffen; sie werden bleiben, um für ein Minimum an Sicherheit zu sorgen.
Am Freitag, d.28. März, war der Beginn des Gerichtsjahres. Das heißt:
Wir haben ein Komitee der Weisen eingesetzt, das an drei Tagen in der Woche über einige Probleme urteilen wird (Streitigkeiten, kleine Diebstähle), da es weder ein Gericht noch Richter gibt. Das lässt zu, dass es einen Bezugspunkt für die Menschen gibt und Repressalien und Rache vermieden werden.
Am Freitag fuhr ich auf der Straße nach Bocaranga. Da war das Dorf Tatale, das 650 Fulbe aufgenommen hatte. Aber als ich durchfuhr, war niemand mehr da! In der letzten Woche sind einige Anti-Balaka gekommen, drohten, alle Fulbe auszurotten, töteten eine Schwangere und verletzten zwei andere Personen.
In Kake, 95 km von Bozoum entfernt, halten sich noch etwa 70 Frauen und Kinder der Fulbe auf. Ich brachte ihnen ein bisschen Reis und Öl und versuchte, diese Frauen, die in der Würde  ihres Schmerzes sehr schön waren, zu beruhigen.
Am Samstag, d. 29., ist der Todestag des ersten Präsidenten Zentralafrikas, Barthelemy Boganda. Er war eine Persönlichkeit, die ein reiches Erbe an Ideen und Werten hinterlassen hat. Am Vormittag haben wir uns in einer evangelischen Kirche zu einem kurzen Gebet versammelt. Wir wollten es zusammen tun, um wirklich noch einmal die Einheit zu zeigen, die die Grundlage des bürgerlichen Lebens in diesem Land sein muss.
Am Nachmittag fand ein Marsch für den Frieden statt, gefolgt von einem Konzert.
Und am Abend packe ich die Koffer, weil ich am Sonntag nach Bangui fahre. Am Dienstag, d. 1. April (es ist kein Scherz!) breche ich für kurze Zeit nach Italien auf.
Aber das Herz und der Kopf (jenes bisschen, das da ist) bleiben hier in Bozoum!


Il primo carico di porte per Herba
le premioer voyage des portes pour  Herba


Le donne e i bambini Peul di Kake
Les femmes et enfants Peuls de Kake

L'inaugurazione del "Tribunale"
L'installation du "Comité des Sages"

La Marcia per la Pace
La marche pour la Paix

La preghiera ecumenica per la Pace
La prière écumenique pour la Paix


Freitag, 21. März 2014

Probleme und Lösungsversuche
















 
 Montag, 17. März 2014
Seit mehreren Tagen sind einige Jugendliche der Stadt, die sich Anti-Balaka nennen (die aber niemals gegen die Seleka-Rebellen gekämpft haben) in Aufruhr. Vor allem haben sie das Vermittlungskomitee darum gebeten, wieder die Straßensperren an der Ein-und Ausfahrt der Stadt Bozoum errichten zu können. Das Komitee ( bestehend aus dem Generalsekretär der Präfektur, dem Bürgermeister, dem Pfarrer, einem evangelischen Pastor, der Vorsitzenden der Wali-Gala (das sind die Händlerinnen vom Markt), Mitgliedern der Misca und von Nichtregierungsorganisationen wie Caritas, Iustitia et Pax, „Ärzte ohne Grenzen“ und Rotes Kreuz) haben den Vorschlag abgelehnt.
Aber die Straßensperren wurden trotzdem errichtet.
Nach deren Errichtung haben die selbsternannten Anti-Balaka die Abwesenheit der „Ärzte ohne Grenzen“ in Bozoum als Vorwand dafür genutzt, sich am Krankenhauspersonal auszulassen und die für den Abzug der „Ärzte ohne Grenzen“ verantwortlich zu machen.
Obwohl der Vermittlungsausschuss und die „Ärzte ohne Grenzen“ versicherten, dass der Abzug geplant war und dass sie sich um Orte, in denen es größere Schwierigkeiten gab (Bocaranga, Ngaudaye und vor allem Bang) kümmern mussten, fuhren die selbst ernannten Anti-Balaka fort, sich zu beklagen und das Krankenhauspersonal zu bedrohen.
Man muss daran erinnern, dass das Krankenhauspersonal von Bozoum während der ganzen Krisenzeit gearbeitet hat, zuerst unter der Bedrohung der Seleka, dann unter der der Fulbe und Moslems, und jetzt unter der Bedrohung der Anti-Balaka.
Auch während der Kämpfe hat das Personal immer Präsenz und Aktivität gezeigt und die Pflege der Kranken sichergestellt, und das trotz aller Drohungen (im Januar haben die Seleka-Rebellen sogar im Innenhof dieses öffentlichen Gebäudes geschossen).
Heute Vormittag haben die selbst ernannten Anti-Balaka das Krankenhaus besetzt und die Ärztin, Frau Koikouma Marie Renée, entführt; sie haben sie mit Waffen und Stöcken bedroht. Sie drohten, sie würden dem Personal etwas zu Leide tun und bedrohten Marie Renée mit dem Tod.
Dank des Einschreitens der MISCA gingen sie weg;  vorher raubten sie eine Tür und blockierten den Zugang zur Wasserpumpe des Krankenhauses, die den Kranken und den Einwohnern der Umgebung zur Verfügung steht, und forderten dafür ein Lösegeld von 100.000 zentralafrikanischen Franc.
Wegen dieser Taten wurde das Krankenhaus von Bozoum geschlossen und das bedrohte Personal konnte seine Arbeit, den Dienst an den Kranken, nicht ausführen.
Ich lege Wert darauf auch darüber zu informieren, dass das Vermittlungskomitee, das sich jeden Morgen gegen 8 Uhr versammelt, an diesem Morgen die Leiter der Stadtteile von Bozoum eingeladen hat, die zahlreich erschienen sind. Der Zweck dieses Treffens war es, zu versuchen, die Zivilbevölkerung und vor allem diese Leiter einzubeziehen, damit es auch auf ihrer Seite eine Reaktion auf diese Gewalttaten und Erpressungen der selbst ernannten Anti-Balaka gibt.
Jeder Leiter hat einen Bericht über die Ereignisse in seinem Stadtteil verfasst und wir haben Folgendes vereinbart:
1.            Organisation einer Versammlung jeden Stadtteils ( ganz besonders mit Beteiligung der Frauen) mit besonderem Bezug auf Diebstahl, Umlauf von Waffen und Drogenkonsum;
2.            Festsetzung eines wöchentlichen Treffens des Vermittlungsausschusses und der Stadtteilleiter an jedem Montag;
3.            Einrichtung eines Komitees der Weisen, um Konflikte (Diebstähle, Schlägereien usw.) zu schlichten und um zu vermeiden, dass diese selbst ernannten Anti-Balaka sich als Richter aufspielen;
4.            Schreiben eines Briefes an den Gouverneur, damit er seine Aufmerksamkeit auf das Fehlen des Präfekten und der Behörden richtet und um ihn zu bitten, Ordnungskräfte zu schicken ( Gendarmerie und Polizei);
5.            Einrichtung einer Telefonnummer, an die man sich bei Problemen, Diebstahl oder Bedrohung wenden kann.
 
 
Dienstag, 18. März 2014
 
Ich fahre nach Bocaranga, um den Erwerb und die Verteilung von Erdnusssamen an die Bevölkerung von Bocaranga, Ngaundaye und Ndim zu organisieren.
Ich breche um 6.15 Uhr nach Bocaranga auf; aber zuerst fahre ich wegen zahlreicher Schüsse, die in der Nacht zu hören waren, bei der MISCA vorbei.
Die Situation ist unter Kontrolle, aber ungefähr 23 selbst ernannte Anti-Balaka feuerten dauernd Salven mit ihren Kalaschnikovs auf die MISCA. Gottseidank wurde niemand verletzt.
Nach 85 km Fahrt sehe ich neben der Straße Kleidungsstücke und Pakete auf der Erde liegen. Offensichtlich wurden die Fulbe angegriffen. Später erhalte ich die Bestätigung: Die Fulbe, die mit 100 oder 200 Kühen durchzogen, wurden angegriffen und vertrieben. Die Anti-Balaka und die Bevölkerung haben die Gelegenheit genutzt und die Herde getötet.
In der Tat, auf der Hin-und Rückfahrt habe ich Dutzende Anti-Balaka und andere Leute mit großen Fleischstücken auf dem Motorrad oder auf dem Kopf gesehen. Die einen räucherten gerade große Mengen. Andere trieben Kühe und Kälber in die Stadt. Im ganzen Land findet gerade die Ausrottung des Viehs statt. Statt es als Investition zu nutzen…
Die Menschen ziehen es vor, es zu töten und zu essen, ohne sich um morgen zu kümmern. Und in einigen Monaten wird es sehr schwierig sein, Fleisch zu finden. Man darf auch nicht vergessen, dass die meisten Rinder den besser gestellten Leuten im Tschad gehören.
Auf der Rückfahrt halte ich 30 km vor Bocaranga im Dorf Kake an, weil ich sehr viele Fulbe sehe. Es sind Frauen und Kinder, die nach dem Angriff am Sonntag geflohen sind und sich hier eingefunden haben, geschützt (wenigstens teilweise) von den Dorfbewohnern und auch den Anti-Balaka. Sie sind sehr müde und nicht bei bester Gesundheit. Ich versuche sie zu beruhigen und bitte die Dorfbewohner, sie an einen sicheren Ort zu bringen und nach Wasser zu suchen. Nach Bozoum zurückgekehrt, alarmiere ich die „Ärzte ohne Grenzen“ und die Missionsstation in Bocaranga, damit sie nach ihnen sehen können.
 
 
Mittwoch, 19. März 2014
 
Ich breche mit Pater Norbert nach Baoro (170 km) zu einem Treffen mit den anderen Karmeliten aus Bouar, Baoro und Bangui auf. Seit einem Jahr haben wir uns nicht mehr gesehen, und es herrscht große Freude!
 
 
Donnerstag, 20. März 2014
Wir treffen uns wieder zur täglichen Versammlung um 8 Uhr. Die Lage ist ein bisschen entspannter. Die Arbeit im Krankenhaus hat nach den Drohungen der Anti-Balaka wieder begonnen. Einige von ihnen haben sich gestern entschuldigt…
 


Riunione con i capi quartiere
Réunion avec les chefs de quartier

il luogo del combattimento, dove gli antibalaka hanno attaccato i Peuls, che hanno abbandonato tutto quello che avevano
Scène de bataille: ici les Peuls, , attaqués par les antibalaka, ont tout abandonné...



Fiori di frangipane
Fleurs de Frangipanier


un vitello, appena nato e già rubato...
un petit veau, qui vient de naitre, et d'etre volé...

La concelebrazione della Messa a Baoro
la concélébration de la Messe à Baoro

Marie Renée, l'infermiera minacciata dagli antibalaka
Marie Renée, le major menacé par les antibalaka