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Samstag, 28. November 2015

Unterwegs






Unterwegs
Am Sonntag, d. 22. November, war das Christkönigsfest. Damit war das Kirchenjahr zu Ende. Dieses Fest stellt uns vor allem Jesus als Herrn des Lebens und der Geschichte vor Augen.
Traditionsgemäß feiern wir dieses Fest auf dem Binon, einem Hügel, der Bozoum überragt. Wir steigen alle bis zum Gipfel empor, auf dem eine Christusstatue die Arme wie zu einer Umarmung der Stadt ausbreitet.
Am Nachmittag fuhr ich nach Bouar, wo ich unsere Gemeinschaften traf und an einigen Versammlungen für die verschiedenen Aktivitäten von Caritas und Justitia et Pax teilnahm.
Am Montagabend war ich in Baoro und fuhr am nächsten Tag um 4.30 Uhr wieder los. Zum ersten Mal fuhr ich wieder auf dieser Straße, die Banditen und Anti-Balaka seit Ende September blockiert hatten. Die Fahrt war ziemlich ruhig, auch wenn ich einer bewaffneten Gruppe von etwa 50 Personen begegnete, die gerade dabei waren, einen Lastwagen zu plündern, und ein paar Straßensperren. Aber ich fuhr vorbei und kam ohne große Probleme weiter.
In Bangui konnte man Plakate und Aufdrucke sehen, die für den Papstbesuch vorbereitet wurden. Er wird hier am Sonntag, d. 29., eintreffen. Die Lage ist noch sehr angespannt. Es gibt Gefechte in einigen Stadtvierteln und ein paar Demonstrationen.
Am Dienstagabend begrüßte ich Paolo, Alessio und Marina, die nach Bozoum kommen, um zu helfen. Alessio wird sich um den Beginn der Arbeiten an der Kirche von Bozoum kümmern. Sie soll vergrößert werden. Am Mittwochmorgen fuhren wir um 5.30 Uhr los und waren um 12.30 Uhr zu Hause, wo uns Pater Enrico und Pater Norberto begrüßten.
Am Nachmittag hatten wir ein Treffen zur Vorbereitung auf den Papstbesuch: Von der Pfarrei in Bozoum werden wir mit etwa 50 Personen am Samstagmorgen aufbrechen, um an diesem historischen Ereignis teilnehmen zu können.













Freitag, 20. November 2015

Der Besuch des Papstes rückt näher





Der Besuch des Papstes rückt näher
 
Am Sonntag, d. 15., bin ich von Kamerun in die Zentralafrikanische Republik zurückgekehrt. Auf dem Weg zu unserem Karmel-Kloster mussten wir einige Umwege machen, um nicht durch Stadtviertel zu fahren, die noch gefährlich sind.
Im Karmel traf ich auch den Journalisten Maurizio Dischino und den Kameramann Carlo Petruzziello von TV 2000 an. Sie sind in Zentralafrika, um im Vorfeld des Papstbesuches Reportagen zu machen.
Um die Kathedrale herum sind die Arbeiten im vollen Gange, und es wird asphaltiert und alles für die Ankunft von Papst Franziskus vorbereitet. Der Papst soll am Sonntag, d.29., und am Montag, d. 30. November, zu Besuch sein.
In diesen Tagen erhielt ich Anrufe und Mails mit der Frage, wie wir uns vorbereiten.
Das zu sagen ist nicht leicht, weil sich Gefühle der Hoffnung und der Dankbarkeit, dass dieses Land ausgewählt wurde und Papst Franziskus nach Bangui kommen will, mit Gefühlen der Frustration angesichts der anhaltenden Angriffe in der Hauptstadt und der allgemeinen Unsicherheit abwechseln. Wir machen uns Sorgen, weil wir nicht genau wissen, ob er diesen Besuch wird machen können, auch wenn er großen Wert darauf legt. Die Sicherheitslage ist sehr fragil. Noch in diesen Tagen waren bestimmte Stadtteile Schauplatz von Zusammenstößen und Plünderungen. Man muss an die Sicherheit des Papstes denken, und das ist schon nicht leicht. Dann ist da aber auch noch die Sicherheit derer, die kommen wollen, um ihn bei den Feierlichkeiten oder auf den Straßen zu sehen. Diese ist noch schwieriger zu gewährleisten.  
Aber die Erwartung ist jedenfalls groß; das ist das Schöne.
Die Menschen in Zentralafrika, von den leitenden Beamten bis hin zu den einfachsten Leuten,  verstehen, dass der Besuch von Papst Franziskus ein ganz außergewöhnlicher Augenblick ist. Es ist die erste Reise von Papst Franziskus nach Afrika. Er selber wollte in die Zentralafrikanische Republik kommen und hat darauf bestanden. Papst Franziskus hat keinen Zauberstab, keine Mittel wie die Vereinten Nationen und keine Waffen. Menschlich gesehen wird sein Besuch nicht die großen Probleme Zentralafrikas lösen. Der Krieg dauert schon drei Jahre.
Aber er bringt und verkörpert die Gegenwart Christi und Seine Hingabe für die Schwachen und Leidenden, und die Liebe Gottes, des Vaters, der liebt und vergibt. Er wird hier in Bangui die Heilige Pforte des Jubiläums der Barmherzigkeit öffnen: Das ist eine gewaltige Geste, die Zentralafrika in das Zentrum der Barmherzigkeit stellt.
Deshalb hoffen wir, dass er kommt. Deshalb hoffen wir, dass seine Stimme angenommen und aufmerksam gehört wird. Weil sich alles ändern kann. Damit sich alles ändern kann.


Bangui

si rivedono le immagini registrate in questi giorni con i confratelli carmelitani

Maurizio Dischino

Si fa il pieno
On fait le plein de carburant




un SMS che annuncia in Sango l'arrivo di Papa Francesco in Centrafrica, messaggero di Pace
Un SMS qui annonce en Sango l'arrivée de Pape François en RCA, messager de Paix

Sonntag, 15. November 2015

Eine verrückt gewordene Welt



Aerorporto di Bangui, con i 40.000 rifugiati...
L'Aéroport de Bangui, avec 40.000 déplacés

Eine verrückt gewordene Welt
 
Ich bin nach Kamerun gefahren, um unsere Karmel-Gemeinschaften in der Hauptstadt Yaoundé zu besuchen. Hier erhalte ich die schreckliche Nachricht von den Attentaten in Paris: Es herrscht große Traurigkeit, und man hat das Gefühl, schwach und jeder Gefahr ausgesetzt zu sein, vor allem aber dem Wahnsinn derer, die sich nicht scheuen, sich Gottes zu bedienen, um zu töten und zu zerstören. Aber Europa und der Westen sind auch eine Welt, die immer mehr auf dem Weg zu sein scheinen, sich und die Wurzeln ihres Lebens und ihrer Geschichte zu zerstören.
Mit dem kleinen Flugzeug der Vereinten Nationen bin ich am Montag von Bozoum nach Bangui geflogen. Dort kam ich gegen 15 Uhr an. Wegen der Vibrationen und der Luftlöcher war ich ein bisschen benommen.
Am Dienstag bin ich von Bangui nach Douala geflogen, der wirtschaftlichen Hauptstadt Kameruns.  Einen Tag später kam ich in Yaoundé in unserer Gemeinschaft in Nkolbisson an. Dort leben Patres aus verschiedenen Ländern, von denen zwei aus meiner Ordensprovinz stammen, und junge Männer in der Ausbildung.
Ich bin vor allem hier, um die beiden jungen Männer aus Zentralafrika zu treffen, Bruder Christo und Bruder Michael, die hier Theologie studieren. 
Yaoundé ist eine sehr große Stadt mit sehr wirrem Verkehr und vielen Menschen, die verkaufen, kaufen, handeln. Es ist beeindruckend zu sehen, was die Leute für Ideen haben, um eine Arbeit zu erfinden.
Am Samstag habe ich in unserer Pfarrkirche in Nkoabang an der feierlichen Profess von Bruder Jean Baptiste und Bruder Martial, zwei jungen Männern aus Kamerun, teilgenommen. Damit haben sie sich endgültig der Karmelfamilie verpflichtet. Es waren viele Menschen in der Kirche, die vor allem aber voll von Farben, Tänzen und Gebet war.
Nach der Feier, die um 10.30 Uhr begonnen hatte und um 14 Uhr beendet war, habe ich noch schnell eine Kleinigkeit mit den Jubilaren gegessen. Dann bin ich nach Douala aufgebrochen.
Ich wollte eigentlich fliegen, aber die Fluggesellschaft hat den Flug gestrichen. Also bin ich billig mit dem Bus gefahren!
Für weniger als 5 € stand mir ein Platz zu, aber auch andere Schauspiele waren inbegriffen! Der Bus hielt oft, um Leute ein- und aussteigen zu lassen, und an den Stellen, wo es eine Warteschlange gab, stiegen Händler mit Flaschen, Erdnüssen, gebratenen Bananen und anderen Sachen ein.
Gegen Ende der Fahrt stieg ein wirklicher Marktschreier ein, der Wasser und dann Süßigkeiten anpries. Er konnte sehr sympathisch verkaufen!
Nach fünf Stunden Fahrt auf einer Strecke von 250 km kam ich gegen 22 Uhr endlich in Douala an und fand ein Zimmer bereit. Und nun bin ich bereit, nach Zentralafrika zurückzukehren, wo die Vorbereitungen für den Papstbesuch am 29. und 30. November auf Hochtouren laufen, wo aber die Anspannung sehr hoch bleibt!
 





Fr.Jean Baptiste con il Provinciale di Milano, p.Attilio











Samstag, 7. November 2015

Der Krieg geht weiter!




Der Krieg geht weiter!
 
Vor fast drei Jahren haben die Unruhen in Zentralafrika begonnen. Seitdem ist die Lage leider nicht besser geworden.
Vor allem in Bangui gibt es insbesondere zwischen Moslems und Nicht-Muslimen Kämpfe, und Menschen werden getötet. Jeder Vorfall verursacht Rache, Mord, Raub und Zerstörung. Die Konsequenzen für die Bevölkerung, die sich gezwungen sieht zu fliehen, sind traurig. Sie geben ihr Zuhause und das Wenige, das sie mühsam erwerben konnten, auf und fliehen an verschiedene Orte, zum Flughafen und zu den verschiedenen Missionsstationen und Kirchen. Auch in unserem Karmel-Konvent hat sich nun die Zahl der Flüchtlinge von 2.000 im September mit den neu Angekommenen auf 7.400 erhöht.
Das sind 7.400 Personen, die aus den benachbarten Stadtteilen, die ein Schauplatz von Kämpfen und Plünderungen geworden sind, geflohen sind.
Die Straße zwischen Bangui und Bossemptele und nach Kamerun ist seit mehr als eineinhalb Monaten praktisch blockiert. Es ist die einzige Straße, auf der Lebensmittel, Treibstoff und Waren in die Hauptstadt gelangen können.
Und das alles weniger als einen Monat vor dem Besuch des Papstes am 29. und 30. November. Wir wissen nicht, ob er kommen kann, und wir wissen auch nicht, ob wir hinfahren können.
Am Mittwochnachmittag habe ich Schwester Lydie, Schwester Christine und Schwester Annita, die neuen Schwestern, begleitet. Sie wollten kurz das Zentrum der Diözese besuchen. Wir machten eine erste Pause in Baoro, wo wir uns mit den Patres und Schwestern trafen, um den Namenstag von Pater Carlo zu feiern.
Am Donnerstag waren wir in Bouar und trafen den Bischof, die Klarissen und verschiedene Gemeinschaften. Mit großer Freude sahen wir Pater Mathieu, einen polnischen Priester, der im November 2014 entführt  und dann nach zwanzig Tagen freigelassen worden war.
Am Freitagmorgen fanden andere Versammlungen und Treffen statt. Wir kauften Medikamente für die Krankenstation,  und am frühen Nachmittag fuhren wir bei Regen los. Die Straßen werden immer schlechter: Für 87 km zwischen Bossemptele und Bozoum braucht man mindestens zweieinhalb Stunden.
Um 19.15 Uhr waren wir rechtzeitig zum Abendessen in Bozoum.
Die Begegnung mit vielen Gemeinschaften ist immer ein schönes Zeichen der Gemeinschaft und der Liebe.


Moto, bidone da 200 litri, bagagli, autista e passeggero... e belle strade
sur la moto: un fut de 200 litres, des bagages, le chauffeur et un passeger... sur des routes très belles


Sr Lydie, Sr Annita et Sr Christine


Il centro per i malnutriti di Maigaro, con suor Giulia
le centre pour les malnurris de Maigaro, avec sr Giulia






Sonntag, 1. November 2015

Die letzten Regenfälle



la Farmacia di Rollin
La Pharmacie de Rollin
Die letzten Regenfälle

Die Regenzeit geht zu Ende. Hier beginnt sie im April oder Mai und endet zwischen Oktober und November. Sie ist eine Zeit der intensiven Arbeit auf den Feldern. Das Klima ist sehr feucht, aber die Hitze ist erträglich. Die Straßen werden von Tag zu Tag schlechter und sind eine Mischung zwischen einem Schwimmbad, einem Meer aus Schlamm, Löchern und Kanälen.
In diesen Tagen kam es in der Hauptstadt zu weiteren gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Die Spannung ist nun so groß, dass ein nichtiger Anlass genügt, um das totale Chaos ausbrechen zu lassen. Es gibt Morde, Racheaktionen, niedergebrannte Häuser, Kirchen und Moscheen. Die Menschen fliehen und machen sich wieder auf den Weg in die Flüchtlingslager am Flughafen, in einigen Schulen und in vielen Missionsstationen. Auch in unserem Karmelitenkloster in Bangui sind mindestens tausend Menschen eingetroffen, die sich den 3000 Flüchtlingen, die seit Dezember 2013 dort sind, hinzugesellt haben.
Hier in Bozoum ist die Lage weiterhin ziemlich ruhig, aber die Straßen werden gefährlich, besonders die Straße nach Bangui, die von Banditen blockiert wird, die von dem Chaos profitieren, indem sie Überfälle, Plünderungen und Morde begehen.
Die Schule geht hier in Bozoum weiter. In diesem Tagen habe ich einige der kleinen Start-up-Unternehmen besucht, die die Schüler unseres Gymnasiums nach dem Abitur mit der Hilfe unserer Freunde von SIRIRI.ORG aus Prag (das auf den Werbeplakaten zu „Traha“ wurde!!!) eröffnet haben. Es handelt sich um Geschäfte, Gemüsegärten, eine Apotheke, ein „Zentrum für Computerdienstleistungen“ und einen Getränkeverkauf. Es fehlt ihnen nicht an Phantasie, und wir hoffen, ihnen auf diese Weise dabei helfen zu können, etwas Solides und Dauerhaftes aufzubauen.
In diesen Tagen ist auch die neue Ausgabe des „Le saint Michel“, der Zeitung von Bozoum, erschienen.
Viel Spaß beim Lesen!
https://drive.google.com/file/d/0B8xHb5_hvSzRZEJEaE9BaU5uZjg/view?usp=sharing


scrivere richiede impegno!
pour écrire, il faut s'y mettre!


il centro servizi informatici
le Centre de services informatiques



la rivendita bevande
le depots de Boisson de Peo Amos

il mercato di Bozoum
le marché de Bozoum